24 März 2009

Von Liebe, Leidenschaft und......Hüftgold!

Vor einigen Tagen las ich einen interessanten Artikel über Liebe und Leidenschaft im Job. Man soll seine Arbeit lieben, sie mit Leidenschaft erledigen und dann wird sie erfolgreich sein. Einige Tage später hörte ich einen Vortrag zum genau gleichen Thema.
Ich griff das auf und versuche neuerdings wirklich liebevoll und leidenschaftlich zu sein. Wirklich! Auch wenn ich des Öfteren meinen Zorn hinunterschlucken muss und mir die Konzentration auf die Liebe und Leidenschaft etwas schwer fällt.
Weil eben manchmal Dinge zu erledigen sind, die ich nicht mag, aber bitte, ich bemühe mich.

Als ich über die Liebe und die Leidenschaft so grübelte, fiel mir noch ein Bereich ein, in dem mir etwas von beidem nicht schaden könnte. Mein Hüftgold.
Die Pfunde, die Frau nicht wirklich braucht, die aber mehr als hartnäckig an ihr kleben. Und zwar genau an dem Ort, den wir als „Problemzone“ bezeichnen. Es fiel mir auf, als ich neulich beim Aussortieren alter Schulsachen über meine, damals sehr schlanke Zeit der Pubertät stolperte. Liebesbriefe, Tagebücher und anderen Nettigkeiten, die ich zufällig im Keller fand, bewiesen mir, dass dieses Hüftgold damals nicht da war. Ich war richtig dünn und konnte essen, was ich wollte. Es schien, als wäre ich mit einem Bandwurm geboren, der sämtliche Energie, die ich verschlang, auffraß. Dieser Bandwurm ist aber unbekannt verzogen, ich habe mich an das Essen gewöhnt, wurde zum Feinschmecker und mag seither kalorienreiche Sünden. Ich esse nicht alles, aber gerne reichlich.
Das sieht zwar immer noch gut aus, könnte aber auch eine Kleidergröße weniger sein.
Zumal ich ein wirklich tolles Kleid gesehen habe. Und das sieht in der kleineren Größe wirklich fabelhaft aus. In der Größe darüber, der jetzigen Größe, nur schön. Und wer will nicht fabelhaft aussehen? Schön ist gut, fabelhaft wesentlich besser!

Ich beschloss, liebevoll mit Leidenschaft den Pfunden und meinem Schweinehund die mich vom Attribut „fabelhaft“ trennten, Adieu zu sagen.

Meine erste Aufgabe: Schmeiß den Schweinehund vom Sofa.
Was gar nicht so einfach war, denn der Kerl begegnete mir hartnäckig mit genauso viel Leidenschaft und Liebe wie ich ihm.
Aber ich halte durch und ich brachte ihn tatsächlich auf die Beine! Voller Elan habe ich auch in der letzten Woche sämtliche Schweinereien teilweise vernichtet.
In meiner Mülltonne oder bei Kindern. Aber eben nur teilweise. Wegen des Schweinehundes und meinem Sinn für richtig gute Dinge. Manches schmuggelte ich quasi an der Tonne vorbei. Diese Dinge kann ich weder verschenken, noch entsorgen. Dennoch sind sie weg. An einem geheimen Ort deponiert, an dem sie sicherlich in Kürze davon schmelzen. Wegen dem „fabelhaft“. Sie wissen schon!

Und dennoch, trotz all der Liebe, der Leidenschaft und ja, der Hingabe, mit der ich neuerdings meine Sehnsüchte in lyrische Werke stopfe, um wenigstens der Fantasie an meine Lieblingssnacks nachhängen zu können, es gestaltete sich am Anfang schwierig und wirkte lieblos. Der Schwimmreifen hielt sich noch ein wenig an mir fest! Es war frustrierend.

Dann kam ich mir selbst auf die Schliche, steckte meine Liebe und meine Leidenschaft wieder ins Essen und konzentrierte mich überhaupt nicht auf den Verzicht. Ich kontrolliere nur die Menge, die ich verzehre, indem ich mir und meinem Sättigungsgefühl nachspüre. Nach genauer Betrachtung stellte ich fest, dass ich mit einer Portion eigentlich rundum satt bin. Die Einsicht, dass ich beim Essen nicht verzichten muss, sondern nur die Menge reduzieren sollte, war das Highlight. Es lässt mir meine Liebe und meine Leidenschaft für Essen und Kochen und somit die Lust am Leben.
Ach ja, die Snacks, diese kleinen Schweinereien, die habe ich fast auf 0 reduziert. Es gibt mehr Obst. Mit kleinen, liebevollen Belohnungen zwischendurch. Damit ich erst gar nicht in Versuchung gerate. Dafür suhlt sich meine fast schlanke Linie neuerdings in Liebe und Leidenschaft und freut sich auf das Kleid, das nun in greifbare Nähe rückt.

Demnächst habe ich mir noch ein Training unter Aufsicht verordnet. Das soll mich unterstützen, wenn von „fabelhaft“ träume. Denn dieses Kleid ist fabelhaft und ich werde fabelhaft sein, sobald ich dieses Teil trage! In der kleineren Größe. Und dann mit Liebe, Lust und Leidenschaft in meiner ganzen Fabelhaftigkeit.
Für die andere Birgit!
Herzlichst, die fast fabelhafte Bauer!
Kommentar veröffentlichen