21 Mai 2019

Von Ratschkathln beim Arzt. Ich hab die Faxen dicke! #faxendicke

Neulich beim Arzt. Ich brauche ein Rezept und lehne gemütlich am Tresen. Ich warte. Weil besonders viel los ist. Auf dem Tresen, oder besser gesagt, dem Tisch darunter, jede Menge Papier. Faxe. Frisch aus dem Gerät. Die Papiere warten darauf, sortiert und den entsprechenden Patientenakten zugeordnet zu werden.

In der Zwischenzeit liegen sie da, nicht selten frei lesbar für jeden. Was ich an diesem Tag erfahren habe, bleibt mein Geheimnis. Ich weiß, wie man Daten schützt. Das kann ein Fax nicht. Ein Fax ist ein bisschen wie ein bayerisches Ratschkathl. Es plaudert gerne über das, was es weiß. Macht Daten für andere leicht les- und sichtbar. Und sorgt dafür, dass die Gerüchteküche genügend im Topf hat. Ob das richtig ist, ist jetzt die Frage.

Man hätte ja meinen können, dass die Sache mit dem Fax in Zeiten von Digitalisierung, eHealth und künstlicher Intelligenz beendet sein könnte. Ich hätte nie geglaubt, diesen Artikel jetzt schreiben zu müssen, wo wir über digitale Patientenakten sprechen und sie eindeutig einfordern, aber das Fax ist ein Dinosaurier, der nicht auszusterben scheint. Und deshalb müssen wir drüber reden. Ich hab die #faxendicke!

28 November 2018

Gut gemeint. Aber!

Früher war es klar, was geschah, wenn Menschen krank wurden: Der Mensch ging zum Mediziner. Der führte eine Untersuchung durch, stellte Fragen und am Ende gab es ein Rezept, ein "Das wird schon" und einen Handshake.

So ungefähr. Der Mensch, der jetzt ein Patient oder eine Patientin war, setzte den Weg in die Apotheke fort. Dort wurde das Rezept eingelöst, man ging nach Hause und tat das, was der Mediziner geraten hatte. Brav und ohne Murren. So kenne ich das noch aus der Generation meiner Eltern. Medizin war paternalistisch und Widerspruch war nicht gestattet.

27 September 2018

Das mit dem Fachkräftemangel und das Patientenstigma.

Der Begriff "Fachkräftemangel" ist in aller Munde. Und nicht so einfach zu bewältigen. Hört man. Dass zum Beispiel Senioren eine gute Ressource sein können, erklärte mir neulich eine sehr aktive ältere Dame die mit über 70 noch immer mächtig Power ins Familienunternehmen steckt und richtig Spaß hat. Sie sagte mir, dass wir nicht reden sollten, sondern machen. "Von dem ewigen Diskutieren wird man müde", erklärte sie und gab zu, eine Macherin zu sein. Sie sagte mir auch, dass die Power nicht zu unterschätzen sei, denn der Wissensschatz und auch die Erfahrungen, die sich in einem Leben so ansammeln, sind ein wertvolles Gut.

Erinnert mich ein bisschen an "The Intern" einen Film, in dem ein Senior sich in einem eCommerce Start-up als Praktikant bewirbt, die Stelle bekommt und erst einmal mit den technischen Entwicklungen zu kämpfen hat, aber auch seine Erfahrung ausspielt und einbringt.

Zugegeben, Fachkräftemangel ist ein Problem. Ohne Experten wird es für Unternehmen schwierig, gute Produkte oder Dienstleistungen an ihre Kunden zu liefern. Das ist klar. Und deshalb diskutieren wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, um Lösungen zu finden.

Ich habe da noch einen Vorschlag: Menschen, die mit Erkrankungen leben. Sie werden oft genug übersehen. Obwohl viele von ihnen Fachkräfte sind.

18 September 2018

Über Influencer, Healthcare und gekaufte Freunde!

Neulich bekam ich eine Einladung, mich in einem Influencernetzwerk zu registrieren. Ich wäre ein MS Influencer und man wäre sehr interessiert an einer Kooperation. Ich müsse mich auch nur registrieren. 

Neugierig wie ich bin, habe ich das getan. Ich wollte wissen, was hinter diesem Portal steckt und erfuhr, dass ohne große Zahlen da gar nichts geht. Follower, Freunde wollte der Automat am anderen Ende.

So gesehen, ich mag Zahlen, sie sagen etwas, aber eben nur einen Teil. Sie sagen nichts über Qualität eines Netzwerkes, Ausrichtung oder Authentizität aus. Aber je höher, so scheint es, desto besser. Qualität scheint erst einmal überbewertet.

Ich trug frecherweise auch meinen privaten Instaaccount ein und scheiterte grandios. So wie ich es vorher gesehen hatte. Mein Netzwerk dort ist nicht so riesig, aber gepflegt und voller spannender Menschen. Etwas, das ich persönlich wichtiger finde, gerade, wenn es um private Accounts geht.

Von anderer Seite kam sofort die grandiose Empfehlung, mir doch einige Follower zu kaufen. Eigentlich hatte ich gedacht, das hätten wir hinter uns. Gerade im Bereich "Healthcare" in dem ich mich bewege, hatte ich - naiverweise - angenommen, wir hätten uns darauf geeinigt, etwas klarer zu bleiben, weniger auf Zahlen fixiert, mehr auf den Menschen orientiert. Wo wir doch immer vollmundig über Patient Journey und Patient Centricity sprechen und diese verfolgen wollen. Allerdings frage ich mich gerade wie. Mit Zahlen?