03 Dezember 2019

Future X Healthcare in München 2019



Im November nahm ich an der Veranstaltung Future X Healthcare 2019 in München teil.

Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre von Roche Diagnostics organisiert und bringt Start-ups, Investoren und Experten zusammen, um digitale Gesundheit zu fördern und auch um Ideen zu besprechen.

Eine Reihe von sehr spannenden Vorträgen erlaubte Einblicke und neue Gedanken. Wie der von Tonu Esko aus Estland, der klar erklärte, wie Digital Health in Estland funktioniert und bekräftigte, dass auch Senioren keine Probleme mit der Digitalisierung eines Landes haben. Gut Estland ist ein bisschen größer ;-) als Deutschland, aber die Ressentiments gegen die digitale Gesundheit, die wir hier in Deutschland oft zu hören bekommen, sind auch so eine Sache. Oft sind es Gedanken aus dem Hören Sagen und ein wichtiges Argument von Tonu Esko war, dass die Bevölkerung dem Staat vertraut.



Eine sehr inspirierte Atmosphäre herrschte und freies Denken war eindeutig erlaubt. In diesem Jahr war ich bei vielen Veranstaltungen, Kongressen und Events. Als Speaker, Workshopleiterin, als Consultant zur Beratung und oft genug liefen mir die eingelaufenen Denkbahnen über den Weg und oft kritisierte ich auch, dass dieses "Bahnendenken" mir nicht gefällt, weil es nicht mehr zulässt, den Blick über den Tellerrand zu wagen und zu sehen, was da noch herumschwirrt. Und bei Future X war es möglich, denn viele junge Projekte brachten genau den Spirit mit, den ich mag: kreativ, ohne Grenzen und mit der Erlaubnis, sich über Grenzen zu denken und zu fachsimpeln und sich auszutauschen.

Als Patient Expert nahm ich an einer Diskussionsrunde mit anderen Experten teil und diskutierte zum einen, was wirklich nötig ist und warum auch Daten eine so wichtige Rolle spielen.
Fakt ist, wir können von Daten lernen. Über Erkrankungen und Symptome und das wiederum kann helfen, bessere Behandlungswege zu finden, neue Therapien zu entwickeln und auch die Versorgung zu verbessern.

Ich wurde auch zum Interview gebeten, das das geschätzte Team Mirjam Bauer und Michael Reiter aufzeichneten.

Ihr könnt es hier finden, zusammen mit einer Playlist mit Interviews, die auch mit den anderen Teilnehmer*innen aus dem Panel gemacht wurden. https://www.youtube.com/playlist?list=PLeGkfyrb4wjGOm0wUqgpx3Q0gpdTmRL3s 

Viel Spaß beim Zuhören!

Birgit


Bilder: Birgit Bauer
Video: Mirjam Bauer & Michael Reiter
Text: Birgit Bauer




03 September 2019

Wanted: Arbeitest du schon oder suchst du noch den Chef des Jahres? Stimmen gesucht!

Ehrlich, wer hat nicht gerne einen guten Job? So einen, bei dem die Bezahlung stimmt, die Möglichkeiten in Sachen Weiterbildung, Arbeitszeit und Arbeitsplatz einfach gut sind und zu einem passen. Und, jetzt kommen wir zu MS, auch zum Leben mit MS
Oft passiert es, dass man sich doof sucht. Ich höre das oft von euch und ich war selbst schon in der Situation, dass das mit der „Inklusion“ von mir, der Frau mit MS nicht klappte. Ich hab mich selbst inkludiert, quasi und bin heute ganz glücklich und zufrieden damit, aber wer wirklich einen Job braucht und sucht, geht oft genug leer aus. Wegen der MS. 
Als mich Veronika anmailte und mich darauf ansprach, ob ich ihre Umfrage unterstütze, weil sie promovieren möchte, dachte ich mir erst: nicht schon wieder. Eine andere, nette Umfrage von jemand der einen Abschluss macht. :-) 
Allerdings hat mich das Thema bei näherem Hinschauen überzeugt. Genau es ist die Inklusion, die Veronika anspricht und erforscht.  Es geht darum, wie Menschen, die mit chronischen Erkrankungen oder auch Beeinträchtigungen in einen Job so integriert werden können, dass sie als vollwertiges Teammitglied anerkannt und eben nicht der „Quotenbehinderte“ im Unternehmen sind. 
Veronika sagt: „Inklusion fängt eigentlich erst nach der Einstellung an!“ und ich finde das spannend und stimme ihr zu. 
Deshalb habe ich sie spontan gefragt, ob sie mir ein Interview dazu gibt und yeah, sie hat es getan. Etwas, was mich sehr freut.  Und ein Thema, das wir alle unterstützen müssen, denn es gibt so viele großartig ausgebildete Menschen da draußen, die mit chronischen Erkrankungen oder auch Beeinträchtigungen leben und die einen Job suchen und ihn oft wegen der Krankheit oder der Beeinträchtigung nicht bekommen, während die Welt nach Fachkräften schreit. 
Also: Viel Spaß beim Lesen und macht bei der Umfrage mit. Alle wichtigen Fakten gibt es dann nach dem Interview!!! 

29 August 2019

Biergärten, Gscheithaferl und Diskussionen .... Sommer Social Media :-)

Ich liebe Biergärten. Sie sind bunt, lustig, manchmal schräg und immer sehenswert. Da zu sitzen, Menschen gucken, ein Radler oder ein Bier mit einer Brotzeit genießen und sehen und hören was so passiert ist für mich eine wunderbare Sache, die ich sehr genieße.



Ein Biergarten ist ein ganz eigener Kosmos. Dort findet man ein Sammelsurium an Charakteren, Ansichten, Meinungen und kuriosen Gedankengängen. Da sind die Beobachter, die Quatscher, die Diskutierer, Grantler und Gscheithaferl. Die Stylishen und die, die in Schlappen vorbeischauen, weil es noch ein Feierabendbier gibt und man die Kinder vom Freibad nach Hause bringt und denen zufällig Pommes versprochen hat.

Es wird diskutiert, fabuliert, es gibt schlaue Dinge und solche, die eigentlich auch unterm Biertisch liegen könnten weil sie keiner braucht. Es gibt Hin- und Weggucker, solche Einblicke, die man sich gerne erspart hätte und vieles mehr. Man kommt an, setzt sich irgendwo an einen freien Platz, kommt ins Gespräch und ab und an kommt mir der Gedanke, dass gerade diese Vielfalt ein bisschen wie Twitter oder Facebook oder auch Linkedin ist.

Biergärten sind für mich oft ein Sammelsurium von sozialen Netzwerken. Nur live und in Farbe.

21 Mai 2019

Von Ratschkathln beim Arzt. Ich hab die Faxen dicke! #faxendicke

Neulich beim Arzt. Ich brauche ein Rezept und lehne gemütlich am Tresen. Ich warte. Weil besonders viel los ist. Auf dem Tresen, oder besser gesagt, dem Tisch darunter, jede Menge Papier. Faxe. Frisch aus dem Gerät. Die Papiere warten darauf, sortiert und den entsprechenden Patientenakten zugeordnet zu werden.

In der Zwischenzeit liegen sie da, nicht selten frei lesbar für jeden. Was ich an diesem Tag erfahren habe, bleibt mein Geheimnis. Ich weiß, wie man Daten schützt. Das kann ein Fax nicht. Ein Fax ist ein bisschen wie ein bayerisches Ratschkathl. Es plaudert gerne über das, was es weiß. Macht Daten für andere leicht les- und sichtbar. Und sorgt dafür, dass die Gerüchteküche genügend im Topf hat. Ob das richtig ist, ist jetzt die Frage.

Man hätte ja meinen können, dass die Sache mit dem Fax in Zeiten von Digitalisierung, eHealth und künstlicher Intelligenz beendet sein könnte. Ich hätte nie geglaubt, diesen Artikel jetzt schreiben zu müssen, wo wir über digitale Patientenakten sprechen und sie eindeutig einfordern, aber das Fax ist ein Dinosaurier, der nicht auszusterben scheint. Und deshalb müssen wir drüber reden. Ich hab die #faxendicke!