20 August 2020

#patientsinvolved - leere Floskel oder ... (ein Kommentar)

Neulich, es war in einem Business Netzwerk, war es wieder soweit. Eine neue Inititative ging erfolgreich an den Start. Es ging, wie so oft in diesen Zeiten, um digitale Gesundheitslösungen und Digitalisierung im Gesundheitswesen. 

Die Liste der Gründer und Teilnehmer war eine illustre Sammlung aller Expertinnen und Experten in dem Gebiet. Quasi die digitale Expertenbubble. Start-Ups, Forscher, Mediziner und derlei. 

Man freute sich über den rasanten Erfolg und feierte sich selbst. Weil das Digitalisierung voranbringen soll. Las ich. Und freute mich für einen Augenblick mit diesen Menschen. Weil es schön ist, wenn etwas erfolgreich verläuft. 

28 April 2020

Über den gesunden Menschenverstand, Informationen und geteilte Zombies!

Bäääämmm, es war wieder soweit, der mittlerweile verstummt geglaubte Mythos lebte wieder auf. Letztes Wochenende lief er mir ständig über den Weg und erklärte mir, dass Facebook ab sofort nur noch die Beiträge von 25 Freunden anzeigen würde. In Zukunft. Das sollte man sich an dieser Stelle merken, es kommt nämlich gleich nochmal.

Der Mythos, der vor zwei Jahren schon sein Unwesen trieb und trotz mehrfacher Richtigstellung und Erklärung von unterschiedlichsten Seiten munter geteilt wurde, lebte wieder auf. Irgendein gutgläubiger Mensch hatte ihn gefunden und mit allen Mitteln wieder belebt.

Wie kann es sein, dass dieses böse Netzwerk nur noch die Beiträge von 25 Freunden anzeigt? Unverschämt ist das. Grund genug das mal kräftig zu teilen, unters Facebookvolk zu bringen, auf dass es sich kollektiv erzürnen möge.

Sie wollen wissen, über was ich genau jetzt anfange mich aufzuregen? Bitteschön! Hier entlang, Mimikama sei Dank wird hier aufgeklärt! Hier erfahren Sie schon vorab den Hintergrund der 25 Freunde und des Kettenbriefes. Sie können aber auch gerne weiterlesen. Das freut mich.

01 April 2020

Konferieren wir online! How digital rules!


Es ist passiert. Es liegt bei mir in der Natur der Dinge, dass ich bei vielen Veranstaltungen zugegen bin, die mit Patienten zu tun haben. Einmal in meiner Rolle als Beraterin in Sachen Kommunikation und einmal in meiner Rolle als Patient Advocate.

Dieser Bereich ist naturgemäß einer, in dem man viel unterwegs ist. Ich gebe Workshops, halte Vorträge oder Keynotes und habe Spaß dabei.

Corona hat mich fies gestoppt.



01 Januar 2020

Und einfach mal schweigen ...


In diesem Jahr ist viel passiert. Was haben wir alle kommentiert. Diskutiert und geredet.

Jetzt, wo sich der Trubel ein wenig einbrennst, es leiser wird, werden viele gesagte Dinge in diesem Jahr laut. Wenn ich so zurückschaue, fällt mir auf, dass das Kommentieren wohl zum Volkssport geworden ist.

Wenn etwas passiert, sind wir da. Mit meist wenig hilfreichen und auch hilfreichen Kommentaren. Egal ob es private Nutzer in sozialen Netzwerken sind, die ihre vom Hörensagen genährten Kommentare absondern oder so genannte "Experten" die seltsame Anfragen anonym, aber verletzend und unangebracht über soziale Netzwerke kommentieren oder ob es Medien sind, die sofort parat sind wenn etwas passiert und die oft scheinbar betriebsblind loslegen.

Oft geschieht das Kommentieren scheinbar ohne einmal einen zweiten Blick zu verwenden, sich Gedanken darüber zu machen ob der Kommentar oder die Berichterstattung wirklich angemessen oder gar angebracht ist. Sich einen Moment Gedanken zu machen, ob das der eigenen Aussenwirkung schadet, andere verletzt und deprimiert, vor den Kopf stößt oder andere negative Emotionen von anderen als Rattenschwanz nach sich zieht, scheint ein Moment, der nicht vorhanden ist. Überbewertet möglicherweise? Wer weiß das schon.

Bild Shutterstock
Klar ist, kommentieren muss man schnell. Manches Ereignis verlangt schnelle Reaktionen, keine Frage.

Auf der anderen Seite, das ist nicht immer der Fall. Wer in diesen Fällen jedoch nicht schnell genug kommentiert, läuft Gefahr nicht gelesen zu werden. Was jetzt auch nicht gut ist. Denn das Leben in den sozialen Netzwerken ist verdammt schnell. Wer nicht gesehen wird, wird übersehen und nicht mehr wahrgenommen. So die Befürchtung. Aber ist dem wirklich so? Ich glaube nicht. Ab und an ist es vorteilhafter, etwas mit Bedacht zu tun, sorgfältig zu betrachten und sich dann vielleicht zu äußern. Weil Qualität durchaus besser ist als Quantität und der Grund, einfach mal was gesagt zu haben.

Ich empfinde es als wohltuend, wenn ich mir Zeit nehme, um einen Kommentar abzusondern. Klar bin ich auch schnell, manchmal gar vorschnell, das passiert mir schon auch. Aber ich versuche immer, bewusst zu sortieren. Dinge, die Schnelligkeit erfordern  und die, die Zeit brauchen, einen Moment der Ruhe und des Nachsehens. Und dieser Moment war schon oft dafür verantwortlich, dass ich auch hier den einen oder anderen Blogbeitrag nicht publiziert habe.

Das ist manchmal eine Herausforderung. Oft genug juckt es mich in den Fingern, weil mich die Emotionen überfallen. Besonders wenn ich wieder einmal etwas lese, was definitiv eine Äußerung basierend auf Hörensagen oder pure Besserwisserei gegenüber denen ist, die sich an jemand wenden, der es besser wissen sollte. So oder so.

Diese kleinen Räuber mit ihren Emotionen stehen dann mit ihren schwarzen Masken hinter der nächsten Ecke und versuchen mich quasi aus den Socken zu werfen. Ihr Ziel ist es, mich hinzureißen und zu kommentieren, egal ob das jetzt sinnvoll ist oder nicht. Sie versuchen, mir die Zeit zu rauben, die es braucht, um einen klaren Gedanken zu fassen. Ihr Motto ist klar: Hauptsache die Luft hat gescheppert.

Und klar, obwohl ich ganz genau weiß, dass der eine oder andere Kommentar vor Sarkasmus oder Ironie, Entrüstung oder einem hämischen Lächeln nach dem Motto "Haben wir das nicht schon vorher gesagt" gespickt sein wird, passiert es mir schon auch.
Hinterher hab ich dann einen Kater. Den, des unangebrachten Kommentarrausches. Das kann schmerzhaft sein und oft einen falschen Eindruck hinterlassen. Deshalb habe ich angefangen, mir den Moment von den Schwarzmaskenträgern hinter der nächsten Ecke, wieder zu holen. Ich überfalle sie. In dem ich aufstehe, mich definitiv und nachdrücklich vom Rechner entferne, das Smartphone aus meiner Reichweite platziere und sie so betäube, ausschalte und klare Gedanken fasse.

Weil einfach mal schweigen besser sein kann ... nicht immer, aber in vielen Fällen. 




Das Team der Manufaktur für Antworten und ich wünschen Ihnen allen ein gesundes, erfolgreiches und gutes neues Jahr!

Herzliche Grüße


Birgit





Text: Birgit Bauer
Bilder:

Laternen: Pixabay.com
Sanduhr und Klee: Shutterstock.com