05 März 2008

Schwimmflügerlreport Teil 2

Wie ja schon erzählt, gehe ich neuerdings regelmässig meinen Luxuskörper trainieren.
Klar ist auch, dass die Herren der Schöpfung immer noch wirklich sehr gerne in meinem Dekollté ihr Seelenheil suchen und ein wenig faul darin lungern wollen. Was ich ihnen natürlich nicht erlaube.

Dennoch kommt heute der Schwimmflügerlreport Teil 2. Nur für den Fall, dass Sie ein wenig Probleme mit intimeren Berichten haben, sollten Sie vielleicht weiterlesen, aber ich bemühe mich um Dezenz auf ganzer Linie.

Da hocken die feinen Herrschaften also wie Wiener Würschtl in der Dose in dem Blubberwasserbecken mit 36°und blubbern und checken konzentriert ihre Umgebung. Nicht, dass eine käme, die da Unfug anstellen würde oder gar nicht in die ehrenwerte Badegesellschaft passt.

Kurschatten und Schattinnen benehmen sich sehr geziert, wenn Frau vorbeigeht und die Damen der Schattinnenfraktion klappern gehässig mit den Beisserchen, wenn ich komme. Denn wie gesagt, die Herren und mein Bikinioberteil haben eine ganz besondere Beziehung. Ich bringe also den vergnüglichen Teil meines Aufenthaltes im Entspannungsbecken hinter mich, sehe den Herrschaften zu, wie sie langsam gar ziehen, rette einige Herren und grinse mir eins bevor ich in Richtung Umkleide gehe.

Und hier begann das heutige Unheil.

Da kommt man also, sittlich, gut erzogen, leise und in ein Handtuch gehüllt aus der Dusche, schleicht einem Apachen gleich durch die Gänge, damit niemand umfällt und will sich umziehen, als es nebenan dezent aber deutlich röchelt. Einmal. Zweimal, regelmässig, ein bißchen Sally, ein bißchen Harry und absolut rhytmisch werdend.
Ich bin empört. Da wird sich kollegial im Würstlbad über mich aufgeregt, weil ich keine Gummigänseblümchen auf dem Haupte trage und kein sittlich korrektes Schwimmanzüglein mit Spitzenstehkragen und angeschnittenem Höschen habe.

Und dann sowas. Naschkatzen, denk ich mir und grinse.

Allerdings, ich wäre nicht ich, hätte ich nicht das getan, was dann passierte. Ich bin nämlich neugierig. Habe ich das je erwähnt, dass ich neugierig bin?

Da solche netten Kabinenanlagen über diverse Freiräume in Fußhöhe verfügen, war es einfach, heraus zu finden, ob einer oder keiner oder einsam und gemeinsam. Und da standen zwei Paar nackte Beine und zwei Paar schicke Schuhe. Falls man orthopädische Modelle mag.
Schuhe haben Wiedererkennungswert. An Schuhen identifiziere ich Menschen. Mit Schuhen merke ich mir Menschen.
Und es hat sich gelohnt. Im Fönzimmer konnte ich nämlich die Schuhe wieder erkennen und grinste. Frech. Sie unschuldig wie ein Gänseblümchen unter den Fön getaucht, er noch unschuldiger fesch und gewollt spritzig neben mir und lächelt.
"Ach was für ein schöner Tag!", stellt er fest.
"Ach ja, was für ein schöner Tag!", kommt das Echo von hinten und beide blecken verzückt die Beißer. Frisch gevögelte Maikäfer. Eindeutig.

Ich grinse in mich hinein. "Ist dieser Tag nicht wunderschön!", beginnt er wieder und strahlt mich an. Ich strahle zurück und meine "Ja, so frühlingshaft hormonhaltig die Luft hier drin. Man könnt ja glatt Gefühle kriegen. Nicht wahr!" 1000 Watt. Todsicher. Blendfreies Flutlicht auf ganzer Linie.
Während sie mittlerweile in den Fön kriechen will, leuchtet er mir Knallrot entgegen. "Wie?", fragt er.

"Na ja, haben sie das gerade nicht gehört. Hormontechnisch hatten wir gerade Großalarm im Kabinenbereich", sage ich mit einem frechen Lächeln und packe unschuldig meinen Fön in die Tasche. "Da waren zwei wirklich große Naschkatzen am Werk. Hoffentlich verderben sie sich nicht den Magen! Einen wunderbaren Abend wünsche ich Ihnen!", flöte ich und gehe. Nicht ohne mit umzudrehen und frech zu zwinkern.

In diesem Sinne, schöne Frühlingsgefühle und achten Sie auf ihren Süssigkeitenkonsum!
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