27 April 2009

Projekt "fabelhaft" - Der 2. Teil!

Liebe Leserinnen und Leser!

Haben Sie Ostern gut überstanden? Oder versanken Sie im Feiertagsnirvana, bestehend aus Ostereiern, Schokolade und vielen anderen leckeren „Schweinereien“ die sich nun auf längere Zeit bei Ihnen niederließen?

Ich kann von mir behaupten, Ostern erfolgreich überlebt zu haben. In jeder Hinsicht. Das schöne Wetter war der Schlüssel, um meinen Motor zu starten. Seither versuche ich mehrmals die Woche mit meinen Stöcken eine Runde zu drehen und fahre neuerdings mehr mit dem Rad.
Um es vorwegzunehmen, meine Hosen aus der letzten Sommersaison sind schon zu weit und ein Rock, der im letzten Jahr gut gefüllt war, wirkt neuerdings etwas leer. Das motiviert für „fabelhaft“ und das Traumteil rückt in greifbare Nähe!

Aber nun zu Ostern. Die Diskussionen um das Osteressen gab es nicht. Nicht, dass ich nicht gekocht hätte, aber das, was ich auf den Tisch brachte, war eher aus der Abteilung „schlanke Küche“. Nicht wirklich geplant, aber es war einfach so.

Schweinehündin und ich hatten nur eine richtig heftige Diskussion. Die fand im Supermarkt statt. Das Vieh schlurfte leise um die Ecke, lechzend und keuchend auf der Suche nach Marzipan mit Zartbitterschokolade. Das lockte, in seine schönste Hülle verpackt, an der Ecke. Es grinste verführerisch und raunte zärtliche Versprechungen in unsere Ohren. Käuflich wie eh und je machte es uns an. Diese kleine linke Kalorienbombe erzählte vor allem der Schweinehündin kleine Geschichten von kleinen Hasen und schokoladig zarten Gefühlen, die sie überfallen würden, sobald sie sich mit der Marzipanladung zusammentun würde. Schon völlig vom zarten, aber markanten Duft vernebelt, ließ sich meine Schweinehündin sofort im Wühltisch nieder.
Ich ignorierte, sie gierte. Aber ich war auf der Jagd nach Gesundem. Von den Gummibärchen abgesehen, aber die haben wenigstens kein Fett. Und ein wenig Zucker braucht die Frau, sonst kann sie nicht schreiben.

„Genau wie ich das Marzipan!“, plärrte Schweinehündin vom Wühltisch aus hinter mir her, als ich Toilettenpapier anvisierte.
„Wieso? Du bist fett genug!“, schimpfte ich zurück und sandte giftige Blicke in die Richtung der Verräterin, die bereits zarten Bande knüpfte und gierig an der Verpackung schnüffelte.
Dass man mir diesen Blick ein wenig übel nahm, bekam ich erst später mit, als mich eine Bekannte ansprach, die ich versehentlich gestreift hatte.

Ich kam ein wenig ins Stottern. Wie soll ich das mit der Schweinehündin erklären? Vor allem, da Schweinehündin ja quasi die Metapher für meine immer schlanker werdende Genusssucht ist?
„Äh, ich war in Gedanken, sorry, ich muss weiter!“ Schweinehündin am Kragen packen, sie mit einer Minipackung Marzipan zum Schweigen bringen und raus aus dem Laden. Als ich allerdings mein Auto belud und leise vor mich hin schimpfte und mich mit „denk an fabelhaft, denk an dein Kleid“ motivierte, gab es erneut einige erstaunte Blicke.

Was mich als Gesprächsstoff zurück in die Gesprächsecke in der Südkurve meines Supermarktes brachte.
Dort findet man zwischen fettem Joghurt und Magermilch immer neueste und frisch gekühlte Infos über die Mitbürger, die mal so oder mal anders ausgelegt werden. Auf jeden Fall sind sie sehr beliebt. Also, heute frisch im Angebot:

„Leicht verwirrte Autorin auf Selbstgespräch garantiert fettarm und mit Ballaststoffen.“
Ist der Ruf erst ruiniert …

Ich packte also das liederliche Biest und zog davon und ich war stolz auf mich. Mein Abgang war völlig ohne längere Dramen vonstattengegangen und er war fast fettfrei. Mit Gummibärchen und Marzipan. Der Gedanke an „fabelhaft“ war wunderbar. Besonders, als ich am Abend des Gründonnerstags besagte Sommerhosen probierte, die jetzt richtig an mir schlottern. Ich habe fast eine Kleidergröße geschafft. „fabelhaft“ rückt näher!

Der Ostersonntag nahte. Mein Appetit blieb aus. Ich hatte nämlich anderes zu tun und es war, als wäre Petrus einer meiner Helfer. Er sandte schönes Wetter. Was mich dazu brachte, mich stundenlang in der Sonne zu aalen und das Essen zu vergessen. Zugleich bescherte mir Osterhäschen ein gesundes Nest aus Kresse, Salat, frischen Karotten und anderen Leckereien, die er per Ökokiste schickte. Was mir gut tat. Denn diese Kombination war mehr als richtig. Dazu kam, dass Herzblatt unsere Räder aus dem Keller holte und startbereit machte.
Schweinehündin, die auf ihrem Lieblingskissen lümmelte, beobachtete argwöhnisch das Geschehen, wohl ahnend, dass es nicht nach ihren Plänen laufen würde.

Einem Überfallkommando gleich packte mein Herzblatt mich ein, stopfte das widerstrebende Wesen in eine Tasche und schon ging die Fahrt los. Wir radelten und hatten Spaß. Ich vergaß meine Schweinehündin völlig. Sie winselte zunächst etwas herum, fing aber dann an, Spaß zu haben. Und welchen Spaß! Als wir nach Hause zurückkamen, waren wir 20 km geradelt, nicht ganz ohne Pause im Biergarten und auch nicht ohne Mittagessen, aber das ist ja erlaubt.
Einzig die Schadenfreude von Schweinehündin war ärgerlich. Mir tat meine Sitzfläche weh, denn mein Fahrradsattel ist nicht wirklich gut, aber das habe ich inzwischen geregelt.

Es gibt jetzt einen bequemen Fahrradsattel und, was Schweinehündin richtig ärgert, ich zerre sie einmal in der Woche mit meinen Stöcken durch den Wald. Denn das hält gesund und macht auch schlank.
Mein Ziel ist es nicht, auf die Schnelle abzunehmen, sondern auf sanfte und erträgliche Art. Und das geht. Ich arbeite weiter an „fabelhaft“! Meine Pausen am Nachmittag sind neuerdings mit Obst und Wasser gefüllt und hey, meine Hosen werden immer lockerer und ja, Sport macht Spaß. Auch wenn das bei meiner Schweinehündin noch nicht ganz angekommen ist!
Herzlichst
Birgit Bauer und immer mit einem Augenzwinkern! ;-)
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