02 April 2009

Schwimmflügelreport reloaded - Das Special!

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich versprach Ihnen vor Kurzem ein Special. Hier ist es!
Die Redaktion freut sich, Ihnen heute Alexandra Graßler, Freundin, Unternehmensberaterin und Inhaberin der Wissensagentur in Passau vorstellen zu dürfen.

Alexandra ist eine absolute Powerfrau, kennt sich in ihrem Fach bestens aus, hilft wo sie kann, ist neugierig und vor allem, kreativ und denkt gerne quer. Eigenschaften die ich neben vielen anderen positiven Dingen an Alexandra sehr schätze. Sie wollen mehr? Bitteschön, sehen Sie selbst:
www.wissensagentur.net

Es ist nämlich so, dass ich mit dieser Reportage tatsächlich Menschen animiere, in dieses eine Bad zu gehen, um zu überprüfen, ob es wirklich so ist, wie ich es beschreibe: voller Überraschungen und einem Dschungel, in dem sich Silberrücken, zischelnde Schlangen und andere Lebewesen aufhalten.

Alexandra kam extra dafür aus Passau angereist, um sich davon zu überzeugen, dass es sich in Wirklichkeit um einen Zirkus der Eitelkeiten handelt.
Erfahren Sie mehr über Baderegeln, Stachelbären, „glühende“ Verehrer und warum man neuerdings ohne schwarzen Lidstrich nicht mehr baden darf. Oder so!

Bereits als wir das Bad betraten, senkten wir den Altersschnitt und wurden gecheckt. Schließlich muss der KND (Kurschattennachrichtendienst) sofort Meldung über mögliche anzumachende Objekte an alle Empfänger absondern. Alexandra gab zu, dass sie erst gar nicht darauf achtete und es erst bemerkte, als ich sie darauf hinwies. Wenn man sich in die alles sehenden Klauen des KND begibt, ist das Grundausstattung. Man denke an die „00Agentin!“.

Als ich Alexandra die wichtigsten Regeln für den geordneten Badeverkehr erläuterte, lachte sie lauthals. Dennoch sind sie wichtig. Sonst kommt es zu verkehrstechnischen Problemen. Und nein, nicht das, was Sie vielleicht denken, es handelt sich um Aufschwimmunfälle, unfreiwillige Staus an Düsenstrecken im Massagebecken.
Die Devise: Immer auf das Klingeln am Beckenrand achten. Wenn es ertönt, muss man eine Düse nach rechts weiterrücken. Sonst gibt es Schelte.

Wir betraten eines der Becken, was ein allgemeines Kopfdrehen in der bewegungslos blubbernden Schar verursachte. Sofort reihte sich ein jüngerer Badbesucher hinter uns ein. Als Alexandra beim „Piep“ nicht weiterrutschte, kam sofort Protest und wir amüsierten uns über die Herrschaften, die erneut aus ihrer Erstarrtheit erwachten und sich einen halben Meter nach rechts bewegten. Der jüngere Mann hinter uns gab sich lässig und meinte nur: „Alte Leute muss man in ihren Gewohnheiten lassen! Sind Sie öfter hier?“

Während ich mich völlig frei von jeglicher Anmache (danke Alexandra!) im warmen Wasser wohlfühlen durfte, versuchte der Kerl, meine Freundin in ein Gespräch zu verwickeln. Ich hätte das gerne noch beobachtet, aber Alexandra gab sich zugeknöpft. W
Wir hatten jede Menge zu besprechen und noch mehr zu kichern. Was uns natürlich zum Blickfang machte, denn im Bad ist man ernst. Was uns, die wir uns trotz allem Lachen trotzdem sachlich unterhalten (geht auch mit Spaß!) schwer fällt. Es gab sogar einige Herrschaften und Damen, die sich ein wenig gestört fühlten. Etwas, das uns ziemlich egal ist.
Wir führten also die Strecke bis zum „Hot Jacuzzi“ Fachgespräche über Networking und wie man als Autorin Geschichten erfindet und wie man sie mit einer Unternehmensberaterin in Projekte umsetzt, die verschiedene Berufe perfekt verbinden. Dazu kombinierten wir Erinnerungen, Anekdoten und Träume.
Unsere Nachbarn fanden das interessant bis langweilig. Der junge Herr neben uns war leicht verstummt. Er folgte uns angestrengt, konnte aber beim Zappen durch die Themen, die uns beschäftigen, nicht mithalten. Am Blubberbecken angekommen, mussten wir warten. Auch hier gelten Regeln.

Betritt das Blubberbecken nur in der Pause. Es läuft immer eine gewisse Zeit, schaltet sich dann ab. Die durchgegarten Insassen müssen raus, die Neuen rein. Kommt man mittendrin, kann es sein, dass man sehr schnell wieder aus dem Becken fliegt, wenn man zum Ende des Blubberintervalls kam.

Da mir bekannt ist, wie sehr die Klapperschlangen und Kurschatten zischen und klappern und wie eklig sie werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält, hielt ich uns zurück, bis es zur Pause kam. Danach betraten wir, natürlich, nachdem alle das Becken verlassen hatten, die Blubberwanne. Rechts von mir, der ältere Herr, links von Alexandra, der junge Mann.

Wieder der Angriff von links: „Heute ist aber viel los hier!“ „Hmhm, das stimmt!“, meinte Alexandra und drehte sich um. „Sind Sie öfter da?“ „Ich bin hier zu Besuch!“
„Aber ich bin öfter da! Einmal in der Woche!“, half ich von der rechten Flanke. Das interessierte den Herrn aber nicht. Er wollte Alexandra, die sich aber wiederum nicht für ihn interessierte. Ich mich ja auch nicht, aber es hätte ja sein können, dass meine Ablenkungsstrategie klappt. Wir zappten weiter durch unsere Themenwelt und klärten endlich alle Fragen zum Thema „wie krieg ich das, was ich will!“.

Selbstverständlich verließen wir die Wanne ordnungsgemäß in der Blubberpause. Frau will schließlich niemanden verwirren und noch dazu, wenn sie im kichernden Doppelgespann den Laden, nein, die Blubberwanne aufmischt.
Auf dem Weg in ein anderes Becken stellte ich meiner Freundin einige Modelle aus dem Wettbewerb „Germanys next Badekappe“ vor. Wir begegneten Chiffontüte, Leuchtrakete und Sporty und landeten im Brennpunkt eines Castings, ohne es wirklich zu wollen. Wir wurden von einer auf schrill und jugendlich geschminkten Jury gecheckt und sogar für gut befunden.

Eine Dame hinter uns fiel durch. Sie wurde ausgiebig und lautstark kritisiert, was Alexandra nun das erste Mal in das weniger schöne Gesicht eines Badetages blicken ließ. Eine Eigenart, die geprägt ist vom Schönheitswahn der älteren Generation und die sämtliche Grenzen des guten Geschmackes gerne überschreitet und gemein wird.

Es drehte sich um das leicht altertümliche und letzte Modell für „Germanys next Badekappe“. „Stachelbär“. Diese Kopfbedeckung reckt alle Stacheln in den Himmel. Sie erscheint in dezentem Grau oder Weiß und ist umgeben von einer kampflustigen Aura. Sie zeigt Stachel. Offensichtlich liegt „Stachelbär“ im Clinch mit „Leuchtrakete“, denn sie gehen sich großräumig aus dem Weg. „Sporty“ schätzt „Stachelbär“, da beide sehr schnell und sportlich an ihre Aufgabe gehen. „Stachelbär“ wird von der robusten und sportlichen Dame im mittleren Alter getragen und bevorzugt dezente Einteiler.

Demnächst hier: Die Umfrage zur Endausscheidung!

Wussten Sie, dass die Dame von Welt neuerdings nicht ohne ihr Schminktäschchen im Bad weilt? Und war Ihnen klar, dass Dame von Welt dieses Täschchen immer an der Frau hat? Und wussten Sie, dass sie sich gerne und ausgiebig überall mit einem kleinen Taschenspiegel behilft, um den perfekten Lidstrich circa alle 15 Minuten zu übermalen? Wir nicht. Bis wir uns eine Pause im Café gönnten.
Allerdings fanden wir es etwas unappetitlich, einer auf jung gepimpten Dame mit einem deutlichen Grauansatz bei ihren Restaurierungsarbeiten zu zusehen. Ihren Begleiter fanden wir sehr passend.
Mit Goldkettchen behängt gab er den Supermacho und bewies, dass die 80er Jahre doch noch lebendig sind. Sein korrekt gesprayter Vokuhila saß perfekt. Allerdings fehlte es an Benehmen. Denn als der Herr sich laut über das gelieferte Essen mokierte und voller Entsetzen Ersatz verlangte, verging uns ein wenig der Appetit. Was auch an den Ausdrücken liegen könnte, die Supermacho um sich schmiss. Während er sich noch im Ton vergriff, futterte ihm seine herzallerliebste Gattin trotz vorher genau beschriebener Diät das Lachsbrot weg und befeilte dabei ihre auf Punk lackierten Fingernägel.

So ein Badetag ist anstrengend. Vor allem, wenn man balzenden Männern ausweichen muss, sich auf den Punkt mit Blubberregeln vertraut machen soll, um dann Hals über Kopf einen Schönheitswettbewerb zu überstehen und am Ende noch Gestalten zu begegnen, die nicht von dieser Welt sein können.
Alexandra habe ich aber trotzdem überzeugt. Sie kommt bestimmt wieder. Sagt sie. Dann zeige ich ihr, wie man sich im besten Abhängbecken vor lüsternen Kerlen schützt, dass der textilfreie Saunadschungel voller Überraschungen und lebendiger Wesen und der Ruheraum wirklich eine anmachfreie Zone ist.
In diesem Sinne und immer mit einem Augenzwinkern!
Herzlichst
Birgit Bauer
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