30 September 2009

How to be a Bikerbraut - Teil 5!

Es ist viel passiert …

Ja, ich gebe es zu: Ich war nachlässig und habe Sie nicht mit Neuigkeiten versorgt. Etwas, das ich heute nachholen möchte.

Wie schon im Titel steht: Es ist viel passiert.

Diäterfolge: Eine Motorradhose ist genial zum Vertreiben von diversen Dellen an Hüften und Oberschenkeln. Schweinehündin überlegt, ob sie sich eine schicke Lederjacke kaufen sollte und nachdem ja ihr Freund, der hellblaue Schweinehund auch ein Biker wurde (zwangsweise, versteht sich!) zieht sie mit. Wir lösen also in regelmässigen Abständen unsere Seilschaft an der Couch – Nordwand auf und schwingen uns auf das Motorrad, das ich „Diva“ getauft habe. Es ist ein wenig zickig und benimmt sich wie eine Diva. Und wer mich kennt, der weiß, dass auch ich gerne ein wenig divenmässig unterwegs bin, sodass wir uns regelmässig anzickten, jetzt aber nach und nach Freundinnen werden, besonders, seit ich die glänzende, schwarze Schönheit flachgelegt habe. Was Sie gerne hier http://blog.brigitte.de/multiplesklerose/2009/09/flachgelegt-.html nachlesen können.

Divendiskussionen: Diva und ich, eine besondere Beziehung. Die schwarze Schönheit ist sehr sensibel. Es erfordert einiger Diskussionen, was den Umgang mit ihr betrifft, aber es wird.
Ihr Bremshebel zum Beispiel. Man könnte ihn als extrem erogene Zone bezeichnen. Kitzelt man sie nur ein wenig an diesem Hebel, hoppelt sie gerne wie ein kleiner Hase. Es galt also, in den ersten beiden Fahrstunden herauszufinden, wie sensibel ich mit der Diva umgehen muss. Etwas, das aber mittlerweile perfekt funktioniert, nachdem ich einen Tipp bekommen hatte. Er kam von Herzblatt, der ja einen Kollegen von Diva hat und der zwar die Hand auf den Bremshebel legt, aber im Falle des nötigen und sensiblen Bremsens nur den kleinen Finger und den Ringfinger benützt, um sanft und mit Streicheleinheit zu bremsen. Funktioniert! Ich kann also sanft und geschmeidig zum Stillstand gelangen oder mal eben kraftvoll zugreifen. Dann bremsen wir ruckartig und mit wenig Bremsweg. Denn auch das will beherrscht sein.

Rein theoretisch! Die theoretische Führerscheinprüfung stand an. Während ich sicher war, dass ich souverän und als die Ruhe selbst, in die Prüfung gehen würde, spielten mir meine Nerven einen gewaltigen Streich. Ich hatte bereits vergessen, wie es ist, wenn man im Fünf – Minuten – Takt auf die Toilette muss und nervös an den Nägeln kaut. Jetzt weiß ich wieder, wie das ist. Aber ich habs trotzdem geschafft.

Achtung Werbung: Ein Thema, das auch auf dem Brigitte-Blog lief. Nur mal so gesagt. Sie sollten also wirklich den oben genannten Link nützen und sich einlesen! :-) Werbung Ende!

Mein Tipp: Haben Sie immer einen Helden parat! Das ist ungemein hilfreich! Wirklich!

Es war vor einigen Wochen, als wir in einer kleinen Gruppe Fahrschüler um das Motorrad standen, um das gute Stück näher kennenzulernen. Es ging um Technik. Im allgemeinen und besonderen. So ein Motorrad ist eine spannende Angelegenheit, die sogar mich interessiert. Der Motor ist übersichtlich und mich fasziniert, wie man so viel Kraft auf so kleinem Raum verstauen und fahren kann. Ich mag es, die Kette zu schmieren, wenn wir im Regen fuhren und das Motorrad zu waschen.
Unser Blick wurde vom Fachmann auf das Cockpit gelenkt, Dort befinden sich einige nette Warnleuchten, die man bereits aus dem Auto kennt. Unter anderem auch die Warnlampe für das Öl. Was macht man, wenn das leuchtet? Das war die Preisfrage. Meine Antwort: „Ich fahr rechts ran, hole das Handy aus der Tasche und rufe einen Pannendienst oder einen meiner Helden und warte dann eben, bis einer kommt!“
Leider war das eine typische Frauenantwort, weibliche Technik eben, die nicht ganz auf das Verständnis traf, das ich mir erhofft hatte. Da Technik nicht wirklich eine meiner Stärken ist, hole ich mir in rotleuchtenden Fällen einen Helden zur Hilfe, der sich besser auskennt. Für was gibt es wohl Schutzbriefe, gelbe Engel und Herzblätter?

Meine Antwort stellte den Fachmann nicht zufrieden und er fragte mich, was denn das wäre. „Öllämpchen!“, war meine knappe Antwort. Was dann passiert? Äh, ok, weiß ich nicht so ganz genau, aber ich stehe doch sowieso schon am Straßenrand und hole Helden. Oder ich erinnere mich, was mir mein Fachmann erzählt hat.
Gegenfrage: „Was hat der Fachmann dann gesagt?“
Gegenantwort von mir: „Das kann ich doch nicht sagen, ich weiß das noch gar nicht, ich muss erst mal informiert werden!“
Mit einem freundlichen Lächeln und erwartungsvollem Blick sah ich dann den netten Fachmann an, den ich damit charmant ausgehebelt hatte.

Tut mir ja auch leid, dass Gedankenlesen und Weissagungen nicht auf meinem Stundenplan standen, sodass man mir erst Wissen geben muss, damit ich es behalten und weitergeben kann.
In diesem Sinne, ich bin jetzt informiert, bevorzuge aber trotzdem Helden, denn meist neige ich dazu, mich in Notfällen zuerst an die Helden zu erinnern als an die Informationen aus einem Technikunterricht.

Also: Immer schön ans Handy und die Helden denken und bitte, behandeln Sie Diven immer vorsichtig! Sonst raunzen sie grimmig. Wie meine Diva, als ich neulich ein wenig heftig an ihrem Gashebel drehte! Böses Knurren sag ich nur!

Herzlichst und wie immer mit einem Augenzwinkern!
Birgit Bauer
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