23 Februar 2010

Das Leben! Geschenk oder Qual?

Leben

Oft liest man das: „Das Leben ist ein Geschenk.“
Es als solches zu betrachten, ist manchmal eine Kunst und gleichzeitig oft ganz einfach.

Ein Leben dauert im Durchschnitt ca. zwischen 77 und 80 Jahren. Dem Alter der Welt gegenübergestellt, ist das eine kleine Zeitspanne. Ein individueller und ganz eigener Zeitraum, in dem man das tun oder lassen könnte, was einem gefällt. Ein Zeitraum, indem man das Leben mit Leben füllen und aktiv sein könnte. Rein theoretisch gedacht. Denn, so behaupten einige Mitmenschen, Leben ist Bewegung, Entwicklung und schön.
Gäbe es unsere Welt nicht, gäbe es kein Leben und somit wären wir nicht da.

Manchmal ist das Leben eine Aufgabe. Oft ist es schwierig den Tag zu bewältigen und es gibt Phasen, in denen wir wohl alle unzufrieden sind. Dennoch sind das auch Erfahrungswerte, die uns die Gelegenheit verschaffen, Perspektiven im eigenen Lebensraum so zu verrücken, dass wir uns wohlfühlen.

Doch tun wir es wirklich alle? Aktiv sein? So zu leben, dass wir uns wohlfühlen?
Gestalten wir unser Leben wirklich immer so, dass es uns gut damit geht? Oder sitzen manche nur die Zeit ab und warten wie Gefängnisinsassen auf die Freilassung?

Wie immer gibt es Alternativen.
Man könnte damit beginnen, das Leben als Geschenk zu betrachten und es tatsächlich mit Erlebnissen und Erfahrungen zu füllen und die Chancen wahrzunehmen.
Natürlich wäre auch das Gegenteil möglich. Grau und trübe die Tage einfach abzusitzen, alles negativ zu empfinden und jedes Ereignis zum Drama zu erklären. Man könnte auch dem Pessimismus verfallen und vorhandene Kräfte sinnlos in verpuffende Wut und Ärger investieren.

Vielleicht liegt es an den Rahmenbedingungen, die uns vorgegeben werden. Dem eigenen Lebensbilderrahmen sozusagen. Am Anfang ist er abgesteckt, erweitern muss jeder ihn selbst.

Wird der eigene Rahmen nicht erweitert, wird man zum eigenen Gefangenen. Vielfalt und Möglichkeiten bleiben ungenutzt, die Sicht auf das Weite wird verdeckt.

Bleibt man jedoch offen und neugierig, ist der Blickwinkel weiter. Die Alternativen werden reichhaltiger. Eine spannende Lebensreise beginnt. Zugegeben, nicht immer geht man richtig, es ist manchmal nötig umzukehren oder zu verweilen, doch die Weite bleibt.

Was ist also besser? Lebenskorsett oder Freiraum?
Das Leben als Freiraum zu betrachten und sich nicht in ein Lebenskorsett schnüren zu lassen, das einem den Atem raubt, scheint wichtiger denn je. Die Welt wird schneller, bunter und es ist ein achtsamer Blick nötig, um die Weite im Augenwinkel, aber das eigene Leben im Fokus zu behalten. Ein Korsett hingegen bietet mehr Halt, Sicherheit, stützt und zeichnet die Linie vor, schränkt aber auch ein.

Natürlich bleibt es jedem Selbst überlassen, für welche Form des Lebens er sich entscheidet. Denn jeder muss die Konsequenzen, die aus dieser Entscheidung entstehen, selbst tragen. Viele brauchen ein Gerüst, um zu überleben, andere lehnen es ab.

Jedoch bleibt eines: Das Leben müssen wir leben und sollten es schon deshalb nicht einfach nur absitzen, sondern etwas daraus machen.

Herzlichst
Birgit Bauer
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