15 Februar 2010

Der Schwimmflügelreport hochalpin … Teil 1!

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, Sie lesen richtig, dieser Schwimmflügelreport ist quasi hochalpin, denn, dort wo im letzten Jahr noch ein „normales“ Rehaprogramm stattfand, findet jetzt ein Aufbautraining statt. Mit Physiotherapeuten im Gepäck.

Die Besonderheit ist, dass ich in einem Raum trainiere, in dem die Bedingungen herrschen, die man auf Bergniveau vorfindet. Das, so die Spezialisten, fördert die Kondition, senkt den Blutdruck und hilft, das Herzkreislaufsystem zu stärken. Noch eine positive Nebenwirkung: Kleinere Schwimmreifen werden erfolgreich verkleinert. Nicht schlecht oder?

Zu den Schlagzeilen:

Sport = Mord?

Meinen Trainer kannte ich schon. Es war der Fachmann, der mich im letzten Jahr in Styropor verpackte und schwimmen ließ. Als er um die Ecke bog und mich freundlich angrinste, war ich zuerst misstrauisch. Würde er mich wieder in Styro packen?
Gott sei Dank wurde ich verschont und bekam eine eigene Trinkflasche. Mit Namen und selbst gemaltem Lachgesicht drauf vom Mann für meine Fitness.

Dann ging ´s aufe, aufn Berg. Motiviert fragte ich noch nach einer Brotzeit für die von meinem „Bergführer“ angebotene Tour. Leider kam bloß: "Gute Idee, wir radeln jetzt."

Es folgte: Die Feststellung, dass ich voll aus der Form bin, und getröstet werden musste. Aber ich biss die Zähne zusammen und hielt durch. Etwas, das ich auch weiterhin vorhabe.
Am Ende wurde ich von der Anfangshöhe von 2500 Höhenmetern auf 2800 hochgestuft und weiß jetzt, wie viel Puls gut für mich ist, wenn es an den Speck geht.

Gestählt und motiviert nahm ich die nächste Disziplin in Angriff. Vom Fachmann empfohlen: 15 Minuten Brustschwimmen zur Vermeidung der Winkerarme und zur Stärkung der Muskelpartien im Oberkörperbereich.

Mein Tarnmäntelchen

Wie? Sie kennen mein Tarnmäntelchen noch nicht? Ha, es wirkt schon! Sogar bei Ihnen! ;-)

Die Schnappnattern lassen mich in Frieden, wenn ich in meinem neuen Wunderteil aus weichem Frottee durch die Hallen schwebe. Die listigen Lustmolche allerdings bleiben trotzdem in Lauerstellung, was ich auf mein Alter zurückführe, das nicht schnappnattergerecht ist. Die ein oder andere zischelte sogar mit klapperndem Gebiss aus der Blubberwanne.

Ein Spaß wird’s, wenn ich das Mäntelchen abwerfe und mich in die Fluten stürze. Dann kommt Bewegung in die Meute, die dann gelegentlich vergisst, beim Piep eins weiter zur rutschen.
So auch in diesem Fall! Zuerst musste ich diverse Herren aus meinem Ausschnitt fischen, bevor ich eine Einladung zum Sektchen ablehnte. Na denn: Prösterchen!

Ach ja, die Schnappnatterngemeinschaft urteilte: Bikinis sind nicht angemessen. Das Make-up war nicht korrekt und der Schmuck fehlte. Aber dafür schwamm ich schneller und wankte nicht nur durchs Schwimmerbecken, um ja nichts an Dorftratsch zu verpassen. Selbstverständlich ist wohl, dass ich hier und da ein wenig planschte.

Der neue Trend: Oben ohne!

Ja, so ein Besuch in der Blubberanstalt kann richtungsweisend sein. Die neueste Tendenz in Sachen Mode: Frau geht jetzt oben ohne.

Nein, nicht ohne Oberteil. Oder doch? Falls man die Badekappe als Oberteil bezeichnen möchte, dann auf jeden Fall. Lediglich die Chiffontüte blieb. Puristisch in Schwarz oder in Weiß! Dazu kombiniert Frau die guten Perlchen und dezent roten Lippenstift, der eindeutig auf der Flucht ist und in Ritzen und Fältchen lief, um zu entkommen.
Der Look der modischen Blubbertante ist klar gestylt: Einteiler und Föhnfrisur, die man mit hektischem Geschimpfe verteidigt, sobald ein kleines Tröpfchen sie touchiert. Sie kommt grundsätzlich im Rudel und philosophiert über Fleisch- und Wurstpreise, den letzten Abend im Frauenverein und die Nachbarin von nebenan, die das falsche Fernsehprogramm sieht. Woher sie das wohl wissen? Na ja, Big Sister ist überall!

Spritzeralarm!

Ach ja, Frauen stehen zusammen! Und verjagt „Spritzer“! Wie? Wen?

Spritzer, die unverschämte Männerspezies, die kein Becken spritzfrei durchqueren kann, sondern die Damen tatsächlich mit Wassertröpfchen benetzt. Wie gemein, Föhnfrisurzerstöreralarm! Das führte sogar dazu, dass sich die vereinigte Damenkonferenz im Chor über einen „Spritzer“ aufregte und ihn systematisch aus dem Becken ekelte.

Sag ich doch: keine Chance für fiese Spritzer!

Der Dschungel lebt!

Ein Besuch im textilfreien Dschungel erwies sich als eine Art Klassentreffen. Alte Bekannte waren da zu sehen, die mir immer noch zeigten, dass sie fit und lebendig waren. Schatzi und Spatzi (Sie erinnern sich? Das Liebespaar?) hatten die Infrarotsauna besetzt und turtelten vergnügt und ein flotter Herrenfünfer grinste mehr als lebendig und glücklich, als er mich sah. Dabei war ich noch angezogen und nur dabei, meinen Pulssender unterm Shirt zu befestigen!

Was soll ich sagen? Der Dschungel lebt, es kreucht, zischelt und fleucht. Es spritzt und schwitzt und fühlt sich fit! Das Leben da in dem Dschungel!

Freuen Sie sich auf weitere „fitte“ Erfahrungen und spritzige Erlebnisse aus der Blubberecke hinten links!

Herzlichst
Birgit Bauer
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