09 Dezember 2013

Advent & Co. Tag 9: Von Aufmerksamkeit, Wünschen, Content und Platzierungen

Neulich saß ich in einer Diskussionsrunde im Rahmen des Regensburger BarCamps. In der Session ging es um Content und dessen Qualität und Vermarktung. Dass der Mensch eine nicht konstante Einheit ohne Messbarkeit ist, zumindest sehr oft, das ist klar. Wer weiß schon, was in so einem Menschen vorgeht.

Das macht es Social Media Managern oft nicht einfach zu erklären, warum etwas so ist, wie es ist. Wenn es menschelt, wird’s oft unerklärbar. Und wenn die Reichweite, die viel Gepriesene, nicht stimmt, wird man muffelig. Wo sie doch so wichtig ist. Und so beliebt, wegen des ROI, der ja auch noch mitreden möchte.

Ein Umstand, der es manchmal schwer macht, die richtigen Inhalte auszuwählen. Und doch, es geht. Wenn man genau zuhört, vernünftig plant, sondiert und nachhaltig denkt.

Es ist sogar leicht erklärbar. An Weihnachten, die Zeit der Aufmerksamkeiten.

Jeder hat Wünsche. So oder so. Man fragt also irgendwann, so kurz vor Weihnachten: Was wünscht du dir denn?

Was kommt ist klar: „Ach, ich hab doch eh schon alles!“ Der Ton ein bisschen weinerlich, gerne auch gelangweilt und irgendwie? Irgendwie findet man die Frage doof. Man will doch überrascht werden, man möchte sich nicht Gedanken darüber machen, was man sich wünschen soll, weil einem doch spontan manchmal so gar nichts einfällt.

Denkt man jedoch so ein wenig übers Jahr, dann kamen da viele Wünsche. Sie werden oft durch ein „Oh, das fände ich klasse“, ein „Das wäre praktisch zu haben“, „Dies gefällt mir richtig gut“ oder durch ein „Will ich auch!!“ geäußert.

Diese Wünsche haben eine ganz eigene Art, sich in den Tag zu schleichen und unauffällig schnell wieder zu verschwinden. Sie fliegen los, in der Hoffnung, erfüllt zu werden. Doch die wenigsten werden erfüllt. Weil wieder keiner zugehört hat, als der kleine Wunschgeselle piepmätzig seine Mission erfüllen wollte.

Hätte man also mal vorher zugehört, hätte man weniger Weihnachtsstress. Der Advent wäre besinnlich, weil: Man hätte eine Liste, in der man sich ein wenig mit den Wünschen derer beschäftigt hätte, die einem lieb sind. Eine gute Auswahl wäre getroffen, ein Wunsch erfüllt, der gerne in Erinnerung bleibt und positiv wirkt. Der Einkauf wäre vielleicht schon erledigt, weil ja klar wäre, was der oder die Zielperson sich wirklich wünscht. Die Situation wäre klar und transparent, sie erscheint positiv und die Freude wirkt nach, man kommt gerne zurück.

Das Feedback am Heiligen Abend, also am Posttag wäre großartig. Strahlende Menschen, die sich freuen, weil es genau das gab, was wirklich wichtig war. „Woher weißt du das nur?“ wäre die Frage und die Antwort wäre so einfach: „Och, du hast davon gesprochen und ich habe dir zugehört!“

Viel besser als „Was wünschst du dir?“ oder?


Es ist eigentlich ganz einfach. Eigentlich. Das Zauberwort ist Aufmerksamkeit. Sie kostet Zeit. Ein Investment, das zu oft zu sehr unterschätzt wird. 

Aber: Wer aufmerksam zuhört, in den Dialog geht, Kleinigkeiten einen Moment schenkt und sie dann nutzt, um anderen den einen oder anderen „Wunsch“ zu erfüllen, der schafft einen offenen Kanal für den Dialog und wird so besonders. Denn Zuhören und aufmerksam sein sind oft ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht alle haben. Menschen, die wirklich aufmerksam sind, die auch Kleinigkeiten nicht überhören, sondern sie aufzeichnen und irgendwann nutzen um anderen damit etwas Gutes zu tun, zu sensibilisieren und positiv nachhaltig zu wirken, die sind besonders. 

Aber was sag ich, die sind menschlich. 

In diesem Sinne, einen guten Wochenstart! Mit vielen Wünschen!

Birgit Bauer
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