10 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 10!

Ich sage nur ein Wort: Schnee.

Wir sprechen über viel Schnee. Aber wem sage ich das. Das ganze Land ist quasi "Schnee unter". Die weiße Pracht ist wunderbar und als ich gerade draußen war, um die Morgenstimmung in Bildern festzuhalten, weil hier gerade die Sonne aufgeht und unsere Nachbarschaft aussieht wie ein kleines Märchendorf. Die Welt flüstert und ich gebe zu, so schön es ist, es hat mir heute Morgen dann doch einen riesigen Seufzer entlockt: Schon wieder Schnee schaufeln. Also, ich dachte an mein Herzblatt, der diese Berge wegschippt. Ich bin der Tagesdienst für kleine Tätigkeiten wie Streugut ausbringen und nachschippen, falls nötig.

Dazu: ein besonderes Adventsgeschenk, das es heute gab! 

Wir standen in unserem kleinen, verschneiten Hof, seufzten im Chor mit dem Redaktionskater, der nur noch anhand des erhobenen Schwanzes und seines Kopfes zu orten war und machten uns irgendwie ans Werk. 
Unser Problem ist mittlerweile, dass wir die Schneemassen gar nicht mehr wegräumen können, weil unser Grundstück klein ist, wir aber jede Menge Bürgersteig zu räumen haben und auch unser Vorhof noch begehbar bleiben muss. Also schippen wir seit dem Wintereinbruch Berge. Dort einen Haufen, da einen Haufen. Was unsere Aussicht aus dem Küchenfenster ziemlich einschränkt, denn wir sehen: Berge. Schneeberge.

Als wir also gerade begannen, zu überlegen, wo wir die weiße Pracht hinbugsieren und den Plan fassten, uns eine Schubkarre zu organisieren, um das unbebaute Grundstück damit in eine Berglandschaft zu verwandeln, tuckerte ein lieber Nachbar mit einem Miniradlader daher und schob gegenüber den Bürgersteig frei. 
Wir seufzten wieder. Ach ja. So ein Radlader ... 

Ehe wir es uns versahen, war dieses kleine nette "Spielzeug" auch bei uns im Einsatz. Nachbar sah uns schaufeln und hadern, lachte sich eins und kam. 
Das ist Miteinander und Nachbarschaftshilfe. Etwas, das immer seltener und somit auch kostbarer wird. 
Er hat sich jetzt eine halbe Stunde nur für uns und unsere Schneeberge vorm Haus Zeit genommen, uns quasi ein Adventsgeschenk der anderen Art gemacht. 
Seine Zeit und seinen Radlader und dessen Kraft, die uns in kürzester Zeit einen freien Vorhof und einen sauberen Gehweg und eine Schneelandschaft gegenüber geschaffen hat. Und freie Sicht aus dem Küchenfenster. 

Welch ein Luxus in solchen Tagen und ich freue mich über dieses Geschenk, das für andere vielleicht eine "Kleinigkeit" ist. Für mich ist es das nicht. Denn wer teilt schon seine Zeit und hilft mal eben? Das passiert leider nicht mehr so oft und daher ist diese Hilfsbereitschaft noch mehr wert, als man denkt und eine Inspiration, sich auch wieder mehr nach den anderen umzusehen. Vielleicht braucht ja noch jemand Hilfe und man kann mit einer halben Stunde jemandes Welt richtig bewegen?

Mein Nachbar mit dem Radlader jedenfalls, der heute Helfer und Inspiration gleichermaßen war und der jetzt zu spät in seinen Betrieb kommt, dem schicke ich ein dickes DANKE!!!

Freudige Grüße
Birgit
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