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24 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 24! Das Finale ...

Liebe Leserinnen und Leser!

Was soll ich sagen? Jetzt ist er da, der letzte Eintrag und wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es schade, dass wir schon am Ziel sind. Nicht, dass ich mir das Ziel nicht gewünscht hätte.
Wie ich erwähnte, ich liebe diese Zeit und freue mich jedes Jahr wie ein kleines Kind auf Weihnachten und die Stimmung, aber es hätte noch ein wenig weitergehen können. Es war so schön mit Ihnen!

Es ist jetzt Zeit, Abschied vom Dasein als Reisende zu nehmen, den Gedankenkoffer endgültig auszupacken und für einen Moment zur Seite zu stellen. Alles das, was ich Ihnen und Euch hier schrieb, war spontan, kam aus dem Leben und war eine Momentaufnahme. Einfach so dahergeschrieben, so wie es mir vom Leben quasi serviert wurde.
Ich bin angekommen und gebe mich heute dem stillen Staunen hin, auch wenn das Wetter noch nicht mitspielt, so ist dieser Tag besonders. Nicht wegen der Geschenke, des guten Essens oder der lieben Wünsche, nein, einfach weil es DER Tag ist. Der Tag der Geburt, die Nacht der Stille, die, wenn man es zulässt, wirklich eine ganz besondere Stimmung hat.

Ich werde heute um 17.00 Uhr mit dem Feiern beginnen. In unserer Stadt werden sich um diese Zeit viele Menschen auf dem Stadtplatz um einen großen Christbaum versammeln, zwei Musikgruppen und ein großer Chor wird singen und wir werden einen Moment stillstehen, zuhören und genießen.
Am Ende sind wir ein Chor, der "Oh du fröhliche ..." anstimmt und sich dann mit einem teils dumpfen und klatschenden Applaus, je nach Handschuhaufkommen, nach Hause begeben. Mit Freude und stillen Gedanken.
Dann ist Weihnachten und vielleicht ergründen wir so das "Weihnachtsgeheimnis", das ich vor Jahren schon in Worte fassen wollte und damals sogar einen Preis von der "Interessengemeinschaft deutscher Autoren" gewann:


Weihnachtsgeheimnis von Birgit Bauer

Vanillevernebelte Düfte wecken das Kind in mir,
schneeflockige Ideen wirbeln durch meine Gedanken.
Ich nehme mich selbst an der Hand, werde zum Kind,
streife durch die Stadt und lasse mich mit Kinderaugen bezaubern.

Ausgelassen toben wir durch die Straßen,
zwei Geister, ich und ich,
einzeln und doch fest verbunden,
kleines Mädchen und erwachsene Frau.

Erfreuen uns an hellen Lichtern, glänzenden Kugeln,
rauschen wie die Engel durch die Gassen,
lachen mit den glitzernden Sternen am nachtsamtenen Himmel,
während ein Schneemann uns zuwinkt.

Süßes Lebkuchenaroma verführt unsere Gaumen,
heiße Maroni wärmen uns die Hände.
Während uns der Winter in seine stille Nacht hüllt,
glänzen und funkeln wir wie kleine Flammen um die Wette.

Gedanken voller Vertrauen und Wärme,
Vorfreude und Hoffnung beseelen mich,
lassen mich wieder zum Kind werden,
das einst voller Vorfreude auf den heiligen Abend wartete.

Kleines Mädchen, auf der Suche nach dem Weihnachtsgeheimnis.
Lebendiges Kind in mir, erfüllt von Freude und Glück.
Mensch, der den Frieden der Weihnachtsnacht mitten im Herzen trägt
und im Kerzenschein das Geheimnis endlich gefunden hat.

Es ist der heilige Abend.
Zeit voller Liebe und Frieden, dem eigentlichen Geschenk.
Eine Kostbarkeit, die sich lohnt besonders sorgfältig aufbewahrt zu werden.
Wertvollstes Gut, das es weiter zu schenken gilt.

Zu verschenken an die, die noch nach dem Geheimnis von Weihnachten suchen.
Eingewickelt in die Herzenswärme dieses einen Abends,
verschenkt an die, die in der Kälte sind.
Menschen, die den Glauben an den Frieden fast verloren haben. 

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest! 
Herzliche Grüße
Birgit Bauer 



Text und Bild urheberrechtlich geschützt! Birgit Bauer

23 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 23!

Liebe Leserinnen und Leser,

zur Zeit ist Vollmond und in den Nachtstunden zieht der frostige Geselle mit seinen Eiskristallen seine Runden durch die Straßen. Er lässt der Welt einen Moment Ruhe und Stille, damit sie sich für den Tag vorbereiten kann. Ich konnte in den letzten Nächten eher schlecht schlafen und geisterte mit dem Frost umher. Er draußen, ich drinnen im warmen Zimmer, der Kerl ist mir zu kalt ... Es waren Winternächte, die teilweise nicht schöner sein konnten, sie glitzerten und schimmerten und es war ganz leise. Es war als wisperte mir der Winter ein leises Winterlied ins Ohr und als ich wieder zurück ins warme Bett kroch, schlief ich umso besser ... ...


Winternacht

Sterne glitzern wie Diamanten am Himmel,
sind gebetet auf ein samtiges Kissen aus Dunkelblau.
Ich tanze mit den Flocken durch die Finsternis,
scherze mit Winterwesen
durch das sanfte Dunkel.
Der Mond ist der Scheinwerfer,
ein Spot, der meinen Geist lenkt.
Er ist das Licht, das mir den Weg in den Traum weist.
Es ist die Winternacht,
die im Chor mit dem säuselnden Ostwind leise ihr Schlaflied singt.
Gedanken, erfroren für den Moment,
Ideen, erstarrt zu Kristallen,
festgehalten und schlafen gelegt.
Eisig haucht mir der Winter zu,
eine Pause zu machen.
Sein Atem schenkt mir einen Traum,
sein frostiger Begleiter deckt mich zu.
Schlaf ein, sagt er mir,
nimm die Pause von der Welt.
Lass für einen Moment los.
Entspanne,
bevor du morgen das erste Sonnenlicht erblickst,
das so warm über die kalte Landschaft scheint
und dir zeigt, wie funkelnd das Leben sein kann.

von Birgit Bauer
Text urheberrechtlich geschützt!

22 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 22!

Ok, ich bin heute spät dran und ich kann nur sagen, dass der gestrige Abend wunderbar war. 
Ich bin sehr dankbar für diese Liebe und das, was wir uns aufgebaut haben. Es ist schön, einen Menschen, den Menschen an meiner Seite zu wissen, dem ich vertrauen kann und der mich am allerbesten von allen kennt. 

Eine liebe Freundin, Alexandra Graßler griff vor einem Monat das Thema "Dankbarkeit" auf.

Eine tolle Sache, denn sie erinnerte ihre Leser täglich daran, dass vieles von dem, was wir so bejammern, eigentlich als Jammern auf hohem Niveau bezeichnet werden kann und dass wir viele Dinge haben, für die wir einfach nur mal "Danke" sagen sollten.
Drauf kam ich eigentlich, als ich mir heute die Wehklagen einer Frau in der Joghurt - Süd - Kurve, kurz vor den Antipasti im Kühlregal anhören musste. 
Und ich kanns echt verstehen! Wirklich! Es ist nicht schön, wenn das eigene Haus keine OP - Sauberkeit hat und die Geschenke zu wenig sind und fünf Braten nicht reichen. Dass das Lieblingsjoghurt nicht da ist und der Käse nicht den gewünschten Anforderungen entspricht und die Zitrone gar einen kleinen Fleck hat.  Es ist auch nicht wirklich nett vom Kollegen, eine Minute Zeit zu rauben und noch weniger nett ist es vom Chef, eine Aufstellung einzufordern. Das geht so gar nicht. 
Ja, die Welt hat Probleme. Wirkliche Probleme. 

Eigentlich ist es nur ein Problem: So mancher jammert auf höchsten Niveau und vergisst das, was er hat und dass das, was ein Chef verlangt oder ein Kollege möchte oder ein anderer anfragt, eigentlich nur Kleinkram ist. 
Umgekehrt ist es für mich und auch für meine Freundin oft genau dieser Kleinkram, der uns dankbar sein lässt.

Ich bin heute einfach dankbar für meine Talente, die wahrlich kein Kleinkram sind, für mein Haus, das warm und heimelig ist, für die Reine meiner  Großmutter, die mir heute eine ansehnliche Runde Rohrnudeln beschert hat und seit Jahren meine Küche bereichert, für meine kleine, geerbte Sammlung von Stricknadeln, das Lächeln einer lieben Nachbarin, dem Kompliment eines Herrn auf der Straße und vieles mehr.  Und ich bin dankbar dafür, dass Sie das lesen, was mir so in den Adventssinn kommt.

Dankbar sein muss so manch ein Zeitgenosse wohl erst wieder lernen. Verstehen, dass es manchmal nur zweitrangig ist, wenn das Haus keine OP- Qualität hat oder die Geschenke "nur" die halbe Wohnzimmerfläche ausfüllen und auch, dass es doch schön ist, einen Chef zu haben, der einen zwar manchmal fordert, aber der da ist und das Gehalt überweist. 

Wofür sind Sie heute dankbar? Übrigens, bei Alexandra können Sie sich wunderbar inspirieren lassen! Nur so als Tipp! :-))

Adventsgrüße
Birgit Bauer

21 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 21!

Heute ist ein besonderer Tag. Wir nennen ihn den Tag des "Fühlmichs". 
Wieso? Ganz einfach, heute auf den Tag genau bin ich 24 Jahre mit meinem Herzblatt zusammen. 

Ja, ich gebe zu, ich habe meine Jugendliebe geheiratet und das war mit die beste Entscheidung meines Lebens, die zweitbeste war die, ihn zu heiraten, aber das ist eine andere Geschichte. 
Vor 24 Jahren traf ich mich mit einem Kerl aus der Tanzschule. Es war schon Ferienzeit und ich wollte einen Lippenstift kaufen. Am Samstag vorher hatten wir uns verabredet und so kam es, dass wir an einem herrlichen Wintertag durch die Stadt zogen und er mir besser und besser gefiel. 
Ich sandte "Signale", gut, was man mit 15,5 Jahren so an Signalen schickt, wenn einem ein Kerl gefällt, aber er schien nicht zu verstehen. 
Doch wenn der Winter eine wirklich gute Sache hat, dann ist es die des flauschigen Handschuhs, den Frau so mitführt. Ich hatte besonders weiche und kuschelige Handschuhe und als wir unser Lieblingscafé verließen und in die abendliche Dämmerung hinaustraten, da zog ich mir die Kuschelteile über und ich hatte einen Plan. 

Wenn er nicht aus der Knete kam, musste ich es eben selbst erledigen, das Händchen halten und Zusammenkommen. :-) Wir gingen also eine Weile durch die Altstadt und er merkte nicht, wie ich ihn anhimmelte. Dann kam mein Einsatz, er bemerkte, dass es ganz schön kalt sei. Ach geh! Wirklich? 

"Ja, das stimmt und ich hab ganz warme Hände, ich hab nämlich ganz tolle Handschuhe, willste mal fühlen?" Damit streckte ich ihm meine Hand hin, er steckte vorsichtig seine kalten Finger in meine Hand und ich ließ ihn nicht mehr los. 
Seither sind Handschuhe "Fühlmichs" und der 21. Dezember ist der Tag der "Fühlmichs" und einer, den wir immer noch feiern. Wir haben uns an dem Tag verlobt und ihn immer sehr in Ehren gehalten. Er ist genauso wichtig, wie unser Hochzeitstag, der Jahre später und im Sommer folgte. 

Ich himmle ihn auch heute noch an und mittlerweile versteht er es, wenn ich ihn einfach lächelnd nicht aus den Augen lasse und er bemerkt auch meine Handschuhe grinsend und meint "Fühlmichs", wenn er mit mir Hand in Hand durch die Straßen spaziert. Manch einer hat uns schon als kindisch und lächerlich bezeichnet, weil wir einen solchen "überflüssigen" Tag feiern. Aber der Tag ist nicht überflüssig, es ist der Tag, der uns mit Handschuhen zueinander brachte und somit ist er von Bedeutung und wurde zu einer lieb gewonnen Sache in unserem Leben. Wir werden heute den Abend in einem schönen Restaurant genießen, uns anhimmeln, kitschig und romantisch sein und uns freuen, dass wir uns haben. 

Heute beginnt für uns Weihnachten und der Winter und das nächste Jahr mit den "Fühlmichs"! Und wissen Sie was? Ich freue mich darauf, denn ich hab das beste Herzblatt, das es gibt!

Verliebte Grüße
Birgit Bauer

20 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 20!

Der Advent ist für mich auch eine Zeit des Lesens. Nicht, dass ich es sonst nie machen würde. Im Gegenteil, ich lese viel und gerne, aber im Advent ist es mir immer ein besonderes Vergnügen. Ich mag die Ruhe in meinem Haus, überall ist es warm und heimelig, Plätzchen stehen auf dem Tisch, es duftet nach frisch gebrühtem Tee oder Kaffee, mein Adventsschmuck, den ich bereits vor dem 1. Advent überall verteilt habe, glitzert ein wenig und der Kater, inzwischen Supermoppelchen das nur noch faul von einem Kuschelplatz zum nächsten Kissen dackelt, schnurrt dazu. 

Letztes Jahr las ich mich durch die Weihnachtsgeschichten von Charles Dickens. Ich mag seine lyrische und teils prächtige Sprache und seine Art, Bilder mit Worten zu malen. Ein beeindruckendes Werk und ich werde es sicherlich immer wieder in die Hand nehmen ... 

In diesem Jahr hatte ich mir vom Nikolaus den etwas anderen John Grisham gewünscht. Der Autor ist ja eher für Thriller und spannende Romane wie "Die Jury", seinem ersten Werk bekannt. Also spannend, sachlich und eher ernste Schreibe. Sozusagen. 

"Das Fest" ist eher das Gegenteil. Witzig und spritzig erzählt der Autor von den Krankes, Luther und Nora, deren Tochter Blair einige Wochen vor Weihnachten nach Peru reist, um dort eine Art soziales Jahr zu verbringen. Traurig stürzen sich die beiden auf dem Nachhauseweg vom Flughafen in eine Art Lebensmittelschlacht und Luther ist verdrossen und genervt. 
Der Steuerberater fängt an, alle Ausgaben vom letzten Jahr aufzulisten und kommt auf ein stattliches Sümmchen und denkt weiter. Was, wenn Weihnachten ausfallen würde? Er könnte dieses Sümmchen auch anders verwenden. Luther macht einen Plan, überzeugt Nora und von diesem Augenblick an sind die beiden allein. Sehr allein. Denn der Rest der Welt inszeniert Weihnachten und gibt sich dem kollektiven Truthahnschmückrausch hin und spendet und feiert und zelebriert. Die Krankes nicht. Sie haben ja einen Plan. Und sie halten durch. Bis genau ... nein, das sage ich nicht. Lesen Sie doch selbst! 

Es lohnt sich, diese Komödie ist witzig, hat mich zum Lachen gebracht, mich amüsiert und mir sehr großes Vergnügen bereitet. Grisham von der anderen Seite und von einer, die mir sehr gefällt. Und so manch einer mag sich vielleicht wiederfinden, in einer der Personen, auch wenn der Autor das bestimmt nicht beabsichtigt hat, aber ein wenig Wahnsinn ist eben immer drin, zu Weihnachten ... oder? 

Hier die Daten: 
John Grisham, "Das Fest", ISBN: 978-3-453-40827-2 , Heyne Verlag, knapp 208 Seiten, 12 Euro, gebunden;

Ich wünsche tolles Lesevergnügen und auch etwas für richtige Weihnachtsmuffel! 

Lesevergnügte Grüße
Birgit Bauer

19 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 19!

So, heute sind Sie dran! Sie lesen seit 18 Tagen  mit, reisen durch meinen Advent. Erleben manche Dinge, die Ihnen gefallen und manche, die Sie vielleicht nicht mögen. Vielleicht teilen wir den ein oder anderen Gedanken. Wer weiß. Heute möchte ich einen Tag mit Ihnen reisen, schenken Sie mir einen Kommentar?

Wie verbringen Sie Ihren 4. Advent?

Was machen Sie heute? Planen Sie den heiligen Abend? Was war Ihr schönstes Weihnachtserlebnis?
Was macht Ihren Advent so besonders?

Ich bin neugierig und lese gerne von Ihnen.

Herzliche Grüße
Birgit Bauer

18 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 18!

Sieht man auf die Straßen, könnte man davon ausgehen, dass spätestens am Montag eine Weltkrise ausbricht. Ich stand gerade in unserer Kleinstadt auf der Hauptstraße im Stau. Vor mir im Auto streckte mir ein Knirps die Zunge entgegen, Papa zeigte einem älteren Verkehrsteilnehmer den Vogel und Mama tippte wie gehetzt auf ihrem Notebook herum.
Einige Meter weiter stritten zwei Damen wie Hyänen um einen Parkplatz und eine Mutter rammte einer anderen beim Christbaumkauf das Kinderwägelchen in die Waden, um den begehrten Baum zu kriegen.

Hallo? Welt? Es heißt nicht Streitnachten oder Konfliknachten oder Aggressionsabbaunachen, es heißt Weihnachten. Heilige Nacht. In der ein neues Leben die Welt erblickt.

Welt aus Eis, 
verloren im Lärm,
Stille, ungenutzt verstrichen. 
Seelen, kurz vorm Erfrieren,
toben verärgert durch die Luft, 
scheuchen dicke Gedankenwolken vor sich her.
Wut knirscht unter Wortsohlen.
Hektisch tickt die Uhr,
Perfektionismus schreit laut,
Konsumterror überfällt die Welt,
Aggression ist die Sprache.
Ein Licht ist die Botschaft.
Leuchtend und hell.
Still und doch klingend 
schleicht sich in das Sein. 
Radiert Perfektionismus aus,
löscht Oppulenz,
gibt der Gelassenheit eine Chance,
schenkt dem Tag den Glanz.
Steht für neues Leben und die Botschaft,
die vergessen scheint.

Bleib Mensch und Du!



Menschliche Herzensgrüße
Birgit Bauer

17 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 17!

Das mit dem Christkindldasein ist so eine Sache. Schließlich will man die Liebsten erfreuen. Anderen etwas Gutes tun. 

Man bemüht sich also nach Kräften, schöne Dinge zu kaufen. Was manchmal nicht so einfach ist, gerade für mein persönliches Christkindl. Es ist wirklich bemüht, tut sich aber ein wenig schwer mit Geschenken. 
Deshalb haben wir sehr früh beschlossen, dass ich einen Wunschzettel mit mehreren Wünschen schicke.
Vermeidet unangenehme Überraschungen und erfreut um so mehr alle Beteiligten.
Das hat sich über die Jahre hinweg bewährt und ich schreibe auch immer früh genug. 

Doch, was ich bisher nicht wußte, mein zuständiges Christkindl ist ein zerstreutes Christkindl.
Ein Umstand, der mich manchmal zum schmunzeln bringt. Wie neulich, als das Christkindl, richtig bemüht, einen Lieferanten kontaktierte, telefonisch, um ein Geschenk zu ordern. 
Es lief richtig gut! Das weiß ich. Denn ich bekam auch eine sehr geniale Bestätigungsmail. Ich! Wohlgemerkt. 
Nicht, dass ich neugierig wäre, niemals nicht, aber konnte nicht umhin, diese Mail zu lesen. Schließlich war sie an mich adressiert. 

Schnell merkte ich, dass da meinem zerstreuten Christkindl offenbar ein kleines Missgeschick unterlaufen war, in dem es meine Kundennummer benutzte. Ich sandte also jene Bestätigung mit der Mitteilung dass gewünschter Artikel leider nicht lieferbar sei, an das Christkindlpostfach weiter, was wiederum gewisse Nachfragen erzeugte, die ich nur mit einem Lachen und einem Schulterzucken beantworten konnte. Schließlich konnte ich ja nichts dafür, dass ich eine Mail über meine Kundennummer und an meine Adresse empfing. 

Jetzt ist das Christkindl auf der Hut. Vorsichtig wird nun die "Geheimaktion Geschenk" zur Mission mit oberster Priorität erklärt, was mir ziemlich Spaß macht, denn jetzt bin ich dem Christkindl auf der Spur und finde es absolut liebevoll und richtig knuffig, wie jetzt die Planungen laufen und welche Mühe sich das Christkindl gibt, meine Emailpostfächer und Kundennummer erfolgreich zu umgehen. Und es freut mich, denn es zeigt nur eins: Dieses Christkindl ist eines, das mich schon arg mögen muss, wenn es sich so anstrengt! Und dafür darf es ruhig ein wenig zerstreut sein ... 

Leise schmunzelnde Grüße
Birgit Bauer

16 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 16!

Derzeit ist Essen ein Thema für mich. 
Als Hausfrau und Köchin und als Journalistin.

Bei vielen Menschen biegt sich die Tafel unter allerlei Schmankerln und Köstlichkeiten, man könnte auch boshafterweise behaupten, dass sich manch einer einfach durch die Feiertage frißt. 
Das Ende ist jetzt schon klar: Völlgefühl und zugenommene Pfunde, die die Jeans nur noch enger machen. 

Ich gebe zu, ich esse gerne. Aber ich bin ein Genießerin und mir ist es wichtig, gute Lebensmittel auf dem Tisch zu haben, "Leben" eben. Nicht nur etwas aus der Packung kippen und aufwärmen, sondern das, was man da auf den Tisch packt, auch zubereiten, mit Achtung und Sorgfalt behandeln und dem, was dann auf dem Teller liegt, auch mit Respekt begegnen. 

Schon lange versuche ich, viele Produkte, die man in meiner Speisekammer findet, in meiner Region zu erwerben und auch auf saisonale Erzeugnisse Rücksicht zu nehmen.
Was nützt mir Spargel im Dezember oder Himbeeren im Winter, wenn sie ewig weite Wege hinter sich haben und vor allem: Sind sie wirklich nötig oder gehts vielleicht doch auch anders? 

Deshalb und auch weil ich für das Ava-Magazin einen Artikel über regionale und saisonale Genüsse schreiben sollte, habe ich mich intensiver mit diesen heimischen Produkten und der Saison beschäftigt. Ich las mich unter anderem durch "Allein unter Gurken" von Andreas Hoppe, dem "Tator-Komissar" und viele Zeitschriften, Fachjournale und fragte die Menschen nach ihren Vorlieben. Was dabei herauskam?

Hier finden Sie mehr: Meinen Menüplan für Weihnachten und was ich noch zu dem Thema herausfand, können Sie lesen. 
Übrigens, dort können Sie sich auch zur Probe kostenfrei registrieren, nur für den Fall! ;-)

Was ich aus meiner Recherche gelernt habe ist einfach: Wir sitzen in unseren Regionen in wahren Schlaraffenbundesländern. Gut, es gibt nicht immer alles und manche Dinge wie Wein, Kakao oder Kaffee muss auch ich zukaufen, aber dann bitte auch mit einem Fair Trade Siegel oder aus dem Bioladen. Und mit ein wenig Kreativität und Umsicht können wir mehr als gut und köstlich leben! Auch ohne Lebensmittel, die eine halbe Weltreise hinter sich haben, bevor sie auf den Tischen der Republik landen.

Wie sieht Ihr Menüplan für Weihnachten aus? Was bringen Sie auf den Tisch? 

Genußgrüße
Birgit Bauer

15 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 15!

Bild Birgit Bauer, Wendelstein
Gestern war ich bei einem sehr spannenden Gespräch. Es ging darum, eine Rede zu entwickeln, die Menschen aufrüttelt. Ich war sozusagen Muse, Inspiration und Impulsgeber. Wir saßen eine ganze Weile zusammen und dort, wo zuerst nur eine vage Vorstellung war, wuchs auf einmal das, was wirklich wichtig war, die Botschaft, die es zu übermitteln galt und auf einmal wurde aus der vagen Vorstellung eine runde Sache, die sicherlich die Menschen erreichen wird, die sie auch erreichen soll.


Noch ist ein wenig Arbeit nötig, Feinschliff in der Wortwahl und Punkte, um Atem holen zu können. Aber die Idee steht und wir haben uns richtig gefreut. Es war einfach nur ein Impuls, der alles in Gang setzte.


Impuls

Ein kleiner Augenblick,
ein Zwinkern in der Zeit,
sanft und doch kraftvoll. 
Energie durchströmt das Sein,
zündet die Flamme der Idee,
wärmt Gedanken,
bringt Kraft und Inspiration.
Kleine Kraft und doch so mächtig.
bringt Bewegung in Denkströme,
weckt Kreativität.
Lässt Träume zu Wünschen werden, 
Schenkt einer Botschaft den Klang,
übermittelt Gefühle,
transportiert das, was wichtig ist. 
Schafft Raum für gewünschte Wirklichkeit,
ist Motor, etwas zu tun.
Ist ein Impuls.



Bild und Text sind urheberrechtlich geschützt - Birgit Bauer

14 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 14!

Wir warten aufs Christkind. Das heißt, viele warten. Andere, so stellte ich heute fest, wollen nicht warten. Sie haben keine Geduld. Alles ist immer hektischer, schneller und hat sofort da zu sein, beantwortet zu werden oder drängt auf  Weitergabe.
Sicher, das ein oder andere Dringende ist sicherlich immer wichtig und kann nicht warten, aber ist wirklich immer alles eilig? Ich glaube nicht. 

Termine müssen heute, sofort und überhaupt vereinbart werden, auch wenn das Projekt gar nicht spruchreif ist, aber man legt schon mal fest, weil man nicht warten kann. 
Projekte werden oft von hinten, anstatt von vorne begonnen, weil man nicht warten kann. 

Die Konsequenzen sind vielfältig, die Termine, die man vorschnell vereinbart hat, platzen am Ende, weil das Projekt zum vereinbarten Zeitpunkt immer noch nicht komplett steht und das, was man von hinten begann zeigt am Ende vorne, dass man, weil man nicht nach vorne schaute, quasi gegen die Wand donnerte.
Alles musste jetzt und sofort sein und doch hat diese Eile, die Ungeduld rein gar nichts gebracht.
Und das alles nur, weil man nicht warten konnte. Weil man nicht einen Moment stehenblieb und diesen einen Augenblick verweilte und etwas fertig dachte. Vielleicht auch keine Rücksicht nahm auf die Umstände, die jedes Stückchen Ungeduld mit sich bringt. 

Schade eigentlich, denn Warten, so lerne ich gerade, kann schön sein. Wenn man sich einfach nicht ständig  unter Druck setzt, sondern Dinge auch einfach mal passieren lässt. Im Volksmund spricht man auch von Aussitzen. Manches kann man aussitzen. Keine einfache Sache und auch nicht immer  möglich, das gebe ich zu, hier muss man entscheiden.
Aber dieses Warten, oder das Aussitzen ist eine Sache, die es lohnt erlernt und genutzt zu werden, denn so manches Vorhaben geht auch fast wie von selbst voran, lässt man ihm nur diesen einen geduldigen, bewusst ruhigen Augenblick ...

Ich warte also weiter, auf Ihre Meinung und auf das Christkind und das, was sonst noch so kommt!
Herzliche Grüße
Birgit Bauer

13 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 13!

Ehe man es sich versieht, ist der Advent schon halb vergangen. Gestern hatten wir quasi "Bergfest" und somit noch 12 Tage. Der Redaktionskater ist übrigens auch schon ganz fix und fertig und braucht eine Pause.

Und weil wir schon eine Menge erlebt haben, sind Sie jetzt dran! Erzählen Sie mir und Herrn Muzz von Ihren bisherigen Adventserlebnissen und von dem, was Ihnen schon passiert ist.
Haben Sie etwas verändert? Wie sehen Ihre Adventspläne aus? Können Sie es noch erwarten?

Wir sind heute neugierig!
Wer erzählt uns etwas?
Über den Advent ... und seine Reise?




Neugierige und herzliche Grüße
Birgit Bauer


Bild und Text unterliegen dem Urheberrecht - Birgit Bauer

12 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 12!

Bild: "Herz aus Eis" by Dieter Attenberger

Es gibt Menschen, die verstecken sich. Sie wirken kalt und herzlos, leben nach Plan und Konzept, sind meist erfolgreich und haben sich aber irgendwann von Gefühlen und Herzenswärme verabschiedet. Dabei waren sie voller Herzlichkeit. Für sie scheint Menschlichkeit ein Fehler zu sein, es ist nicht gut, Emotionen zu zeigen. Sie funktionieren noch in ihrer Eiswelt und schaffen so viel, aber sind einsam, weil sie sich unnahbar zeigen. Mit ihrem ... 





Herz aus Eis

Voller Leben war dein Herz,
mit Gefühlen gefüllt
und voller Liebe.
Dann kam das Eis,
verführte dich mit glitzernden Kristallen,
nahm dich an die Hand
und entführte dich in seine Welt.
Welt voller Kälte.
voller bezaubernder, lebloser Dinge.
Dein Herz ist aus Eis.
Unfähig die wirklichen Gefühle zu empfinden,
die der Welt die Wärme schenken.
Deine Seele ist kalt geworden,
lässt sich nicht erwärmen,
weil du sie erfroren hast.
Dein Leben ist Automatismus.
Eingefangen in einem Klumpen
kalten Gefühls,
den du nicht auftaust.
Was ist passiert mit dir,
als du dich entschlossen hast,
dein Herz ins Eis zu schließen
und zu verbergen,
dass du eigentlich ein ganz normaler Mensch bist?

Lyrik by Birgit Bauer

11 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 11!

Zeit der Wunschzettel ... oder ... einfach mal kindisch sein!

Schon als Kind klebte und malte ich nach Kräften für das Christkind und gab mir besonders viel Mühe. Ich sammelte Prospekte, schnitt aus, verwarf, klebte drüber, pappte drunter und malte mit den schönsten Farben. Es war immer spannend, diesen Zettel aufs Fensterbrett zu legen und am nächsten Morgen festzustellen, dass ihn da jemand abgeholt hatte.

Heute habe ich auch noch einen Wunschzettel abgeschickt. Gut, er ist nicht so bunt und nicht mehr so klebrig, aber es ist ein Wunschzettel gewesen. Mit einem Wunsch, den ich aber nicht verrate. 
Und ganz ehrlich, mir hat es richtig Spaß gemacht. Zuerst darüber nachdenken, welchen Wunsch ich äußern könnte, dann das formulieren und dann das Absenden, es war schön. 

Nennen Sie mich jetzt ruhig kindisch. Das macht nichts. Im Gegenteil. Ich habe mir mein inneres Kind und den kleinen Kindskopf bewahrt und ich bin stolz drauf. Es tut gut, einfach mal ein großes Kind zu sein und sich auf etwas einzulassen, was man als Kind als Wunder betrachtete und heute vielleicht ganz rational verstehen kann. Klar geht kein Christkind los und kauft was oder lässt es von einem Engelchen in einer Himmelswerkstatt anfertigen. So schön der Gedanke wäre und so herrlich er in einem Weihnachtsbuch meiner Kindheit verewigt ist. 

Trotzdem, man macht sich Gedanken, auch für einen anderen, denkt an diesen Menschen, schenkt ihm einen Moment. Man nimmt sich Zeit, einen Wunsch zu wünschen, ihn liebevoll zu formulieren und ihn mit einem Lächeln abzuschicken. Meistens bringt er den anderen nämlich auch zum Lächeln. Und am Ende freut man sich dann doch wie ein Kind, wenn der andere den Wunsch erfüllt.

Es macht einfach Spaß, zwischendurch ein wenig den Kindskopf zu geben und noch einmal für einen Moment Kind zu sein. Etwas, das man sich öfter gönnen sollte auch wegen des Lächelns, finde ich. Und Sie? 

Herzliche Wunschzettelgrüße
Birgit Bauer

10 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 10!

Ich sage nur ein Wort: Schnee.

Wir sprechen über viel Schnee. Aber wem sage ich das. Das ganze Land ist quasi "Schnee unter". Die weiße Pracht ist wunderbar und als ich gerade draußen war, um die Morgenstimmung in Bildern festzuhalten, weil hier gerade die Sonne aufgeht und unsere Nachbarschaft aussieht wie ein kleines Märchendorf. Die Welt flüstert und ich gebe zu, so schön es ist, es hat mir heute Morgen dann doch einen riesigen Seufzer entlockt: Schon wieder Schnee schaufeln. Also, ich dachte an mein Herzblatt, der diese Berge wegschippt. Ich bin der Tagesdienst für kleine Tätigkeiten wie Streugut ausbringen und nachschippen, falls nötig.

Dazu: ein besonderes Adventsgeschenk, das es heute gab! 

Wir standen in unserem kleinen, verschneiten Hof, seufzten im Chor mit dem Redaktionskater, der nur noch anhand des erhobenen Schwanzes und seines Kopfes zu orten war und machten uns irgendwie ans Werk. 
Unser Problem ist mittlerweile, dass wir die Schneemassen gar nicht mehr wegräumen können, weil unser Grundstück klein ist, wir aber jede Menge Bürgersteig zu räumen haben und auch unser Vorhof noch begehbar bleiben muss. Also schippen wir seit dem Wintereinbruch Berge. Dort einen Haufen, da einen Haufen. Was unsere Aussicht aus dem Küchenfenster ziemlich einschränkt, denn wir sehen: Berge. Schneeberge.

Als wir also gerade begannen, zu überlegen, wo wir die weiße Pracht hinbugsieren und den Plan fassten, uns eine Schubkarre zu organisieren, um das unbebaute Grundstück damit in eine Berglandschaft zu verwandeln, tuckerte ein lieber Nachbar mit einem Miniradlader daher und schob gegenüber den Bürgersteig frei. 
Wir seufzten wieder. Ach ja. So ein Radlader ... 

Ehe wir es uns versahen, war dieses kleine nette "Spielzeug" auch bei uns im Einsatz. Nachbar sah uns schaufeln und hadern, lachte sich eins und kam. 
Das ist Miteinander und Nachbarschaftshilfe. Etwas, das immer seltener und somit auch kostbarer wird. 
Er hat sich jetzt eine halbe Stunde nur für uns und unsere Schneeberge vorm Haus Zeit genommen, uns quasi ein Adventsgeschenk der anderen Art gemacht. 
Seine Zeit und seinen Radlader und dessen Kraft, die uns in kürzester Zeit einen freien Vorhof und einen sauberen Gehweg und eine Schneelandschaft gegenüber geschaffen hat. Und freie Sicht aus dem Küchenfenster. 

Welch ein Luxus in solchen Tagen und ich freue mich über dieses Geschenk, das für andere vielleicht eine "Kleinigkeit" ist. Für mich ist es das nicht. Denn wer teilt schon seine Zeit und hilft mal eben? Das passiert leider nicht mehr so oft und daher ist diese Hilfsbereitschaft noch mehr wert, als man denkt und eine Inspiration, sich auch wieder mehr nach den anderen umzusehen. Vielleicht braucht ja noch jemand Hilfe und man kann mit einer halben Stunde jemandes Welt richtig bewegen?

Mein Nachbar mit dem Radlader jedenfalls, der heute Helfer und Inspiration gleichermaßen war und der jetzt zu spät in seinen Betrieb kommt, dem schicke ich ein dickes DANKE!!!

Freudige Grüße
Birgit

09 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 9!

Heute ist ein Tag, der so richtig für Winter spricht. Kalt, klar und abwechselnd im Schauspiel um Hell und Dunkel. Ein Tag, der perfekt ist für neue Gedanken, weil er still ist. Ein Wintertag!

Wolkenfetzen am Himmel,
im Duett mit Sonnenstrahlen. 
Treiben wie Wünsche über das Grau,
erleuchtet von der Kraft der Sonne.
Strahlend und hell,
gegen dunkel und grau. 
Eiskalter Tag,
klare Luft, karge Eiswelt.
Zeit für Gedanken. 
Augenblicke durchfluten mein Sein,
lassen mich entspannt in die Zeit schauen.
Erlauben einen Moment der Ruhe,
gestatten mir das Nachsinnen.
Erinnerndes Schneeflockengedankengestöber,
das hereinbricht,
meine Sicht vernebelt,
zeigt, was war.
Durchbrochene Himmelsspitze.
Lichtsstrahl als Wegweiser.
Blick in das Kommende.
Erkenntnisse, Gefühle,
Entscheidungen.
Gedanken.
Leises Wispern für Neues.
An einem Wintertag.

Birgit Bauer 12/2010

08 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 8

Willkommen im 8. Tag des Advent - Das fiese Weihnachtsvirus

Manchmal frage ich mich, wieso der ein oder andere gerade im Advent richtig streitlustig ist. Es ist spannend zu sehen, dass gerade in der von vielen als "still" bezeichneten Zeit, Befindlichkeiten ihren Weg nach außen finden. Am Arbeitsplatz, im Dialog miteinander, an Metzgerstheken und in Bäckerläden, in Geschäften, überall schwelt das Aggressionsfeuer bei vielen zunächst im Verborgenen, bevor es ausbricht, wenn der letzte Wurstzipfel oder der letzte Teddy einem vor der Nase weggeschnappt wird. 

Schade eigentlich, denn das Jahr geht zu Ende und man sollte sich doch über das freuen, was so während der ganzen Zeit Gutes passiert ist, sich entspannen, genießen. Dafür, so dachte ich, wäre der Advent auch da. Oder?

Anstatt sich zu freuen und sich auch selbst zu entspannen, reißt man Löcher auf, streut genüsslich Salz in Wunden und macht anderen gerne mal das Leben schwer. Es ist Zeit, über das fiese Weihnachtsvirus zu reden, das mir gerade in den letzten Tagen immer wieder begegnet ist.
Denn der Advent ist nicht nur die Zeit der Ruhe, des Zaubers und der Besinnung, es ist auch die Zeit der üblen Laune, der panischen Anfälle, Stressattacken und auch eine Zeit der Abreagierungsaktionen, die meist auch nicht wirklich etwas bringen.

Es scheint an der Hektik und dem Stress zu liegen, von dem sich viele überfallen lassen, weil ja noch ein Geschenk für Mausi, ein Präsent für Schubsi und eine Gabe an Tine besorgt werden muss und das alle anderen zu übertrumpfen hat und weil man ja ein perfektes Weihnachtsmenü kredenzen möchte und der Lieferant nicht aus der Knete kommt. Dazu kommt der fällige Großputz, die Planung aller Besuche, ein neues Outfit und vieles mehr. Panik im Hals und extrem üble Laune sind dann oft vorprogrammiert.
Stress hausgemacht. Finde ich. Und völlig unnötig. 
Da werden Befindlichkeiten gehegt, die nicht nötig wären, da wird die schlechte Adventslaune oft an anderen ausgelassen und anstatt sachlich zu bleiben, teilt man aus. Danach? Ist man für einen kurzen Moment entspannt, der andere extrem verspannt und was hats gebracht? Nichts! Weils eben ein Quickie war. 
Eine schnelle Nummer, die nur weitere Konsequenzen mit sich bringt, die man aber erst später bemerkt. Nämlich dann, wenn die Panik abgeflaut ist, man selbst im neuen Jahr ankam und auf einmal merkt, dass der ein oder andere Neujahrsgruß mehr als sparsam ausgefallen ist.

Die Diagnose: der fiese Weihnachtsvirus hat einen voll erwischt. Kam angewackelt, klein, triefend und giftiggrün schwabbelte das Teil daher, sprang auf den hektischen Zug auf und verteilte großzügig seinen Panikstaub, zerstreute Aggressionspillen und tropfte Druckstellen auf und schon war man mittendrin. Im Rausch der befindlichen Verteilung von schlechter Laune.

Dabei wäre es so einfach: Ein wenig Reduktion an der Geschenke- und Menüfront, weniger Drama in Sachen Perfektionismus, ein wenig Entspannung für das eigene Seelchen und ein wenig Reflexion und Ruhe würden ein kleines Wunder wirken. Nämlich das, dass wir wieder miteinander reden und nicht versuchen, uns gegenseitig mit dem fiesen Weihnachtsvirus anzustecken.

Der Advent wäre ruhiger, stressfreier und genau das, was seine Definition uns sagen will: 
Die staade Zeit! 

Ruhige Grüße
Birgit Bauer

07 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 7

Vor einigen Tagen schrieb ich über Schnee. Viel Schnee. Und es kam noch mehr Schnee. 
Die Menge war so groß, dass viele Hausbesitzer zu Hochstaplern wurden. Zu Schneehochstaplern. 
Dann kam gestern der Regen und verwandelte das lockere Weiß in matschig - nasses Schwergewicht. 

Noch mehr Bäume knickten um, weil sie die schwere Last nicht mehr tragen konnten, es passierten Unfälle auf den Strassen und als dann noch der Regen dazu kam, der seit gestern Nachmittag vom Himmel plätschert, waren auch Supermärkte und Hallen gefährdet, weil die Tragfähigkeit der Dächer nicht auf eine solche Gewichtsbelastung ausgelegt war. 

Die Feuerwehren und viele freiwilligen Helfer von anderen Hilfsorganisationen mussten raus. 

Zuerst versank die Gegend im Schnee, dann irgendwie im Wasser. Ein Einsatz jagte den nächsten Alarm. Das, was wir noch als winterweiße Pracht begrüßten, wurde zum Problem für viele.

Deshalb und weil eigentlich am Sonntag der Tag des Ehrenamtes war, möchte ich mich heute bei allen freiwilligen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern bedanken, die seit gestern Schneeberge versetzen, Dächer frei schaufeln, Gullys freiräumen und so den Abfluß des Schmelzwassers ermöglichen und Autos und LKW´s aus misslichen Lagen befreiten. 
Ebenso die Helfer vom roten Kreuz und den anderen Hilfsorganisationen, die sicherstellen, dass wir, sofern wir in unglückliche Situationen geraten, Hilfe erhalten. 

Weil sie da sind, immer. Und das ist ein adventliches Danke wert, finde ich!
Adventliche Grüße
Birgit Bauer

06 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 6

Heute ist Nikolaustag! 
Der Tag, an dem am Abend düstere Gesellen durch die Straßen ziehen, die Begleiter des heiligen Nikolaus, der eigentlich ein heller, sonniger und gütiger Mensch ist und war. Die dunklen Gesellen sind hier bei uns als Krampus bekannt und manchmal ein wenig frech mit ihrer Rute.

Der Nikolaustag war immer sehr spannend für mich. Denn, wenn der heilige Mann kam, war das ein erster, richtiger Vorbote von Weihnachten. Es gab immer einen kleinen Gabenteller, Nüsse, Orangen, Lebkuchen, ein kleines Geschenk war manchmal auch dabei. Bei mir waren es immer Socken oder Handschuhe. 

Wir haben uns als "Kleine" immer überraschen lassen, waren gespannt und erschraken, wenn es an der Türe schepperte, rasselte und wummerte. Am Abend, wenn alles ruhig wurde, kam der heilige Nikolaus und hatte dieses goldene Buch, in dem alles stand, was man während des Jahres angestellt hatte. 
Woher er das wußte, war uns oft schleierhaft und ja, als Kind glaubt man eben an Nikoläuse, Christkindl und die Zeit vor Weihnachten ist eine wunderbare Zeit voller Geheimnisse. 

Ich kam dem Geheimnis im Alter von ungefähr 5 oder 6 Jahren auf die Spur. Eine Freundin hatte mir damals erzählt, dass sie wisse, dass der Nikolaus von den Eltern bestellt würde und dass sie auch dafür verantwortlich wären, was man bekommt und was der Nikolaus von einem so wisse. Und das Christkindl, das schmückt den Baum nicht, das macht die Mama und die Geschenke kaufen die Eltern. 

Enttäuscht war ich damals und mir gefiel diese Vorstellung nicht wirklich. Sie entzauberte alles, stellte alles in Frage. Wie gemein! 

Doch, neugierig und frech wie ich war und bin, beschloss ich, dem Geheimnis vom Nikolaus auf die Spur zu kommen. Mein Plan war einfach: Den feinen Herrn, der am Abend kommen würde, genauer ansehen, auch wenn ich dabei ein wenig Angst verspürte. 

Am Abend, ich bastelte gerade an einem Strohstern, war es dann soweit. Ein finsterer Geselle mit einer urkomischen Jacke, die golden schillerte und Pelzränder hatte, einem üblen Tirolerhut mit einem roten Farbfleck drauf und mit schwarz verschmiertem Gesicht stand vor mir. 
Ich zitterte wie Espenlaub, blieb aber tapfer. Denn, mir kam der Typ wirklich mehr als bekannt vor. 
Er redete mir ins "Gewissen" und ich sagte brav mein Gedicht auf, nahm mein Geschenk in Empfang und verabschiedete mich höflich und mit einem Grumeln im Bauch. 

Die Stimme? Woher kannte ich sie? Und der Hut, der war mir klar, es war der alte Arbeitshut meines Vaters, der einen roten Spritzer abbekam, als er einen Kratzer an seinem Auto reparierte. Die Jacke kannte ich nicht, aber die  Gummistiefel und die Jeans des feinen Herrn Nikolaus, der sich als Krampus bezeichnet hatte, weil ich ja so ein "böses Mädchen" gewesen war, konnte ich einem Nachbarn zuordnen. 
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich enttarnte den Schlingel, als er kurz anrief und ich ans Telefon ging. 

Und als ich mit meinen neuen Socken und einem Bauch voller Marzipan im Bett lag, war mein Kommentar zu meiner Mutter: "Der Onkel E. war aber kein guter Nikolaus!"
Dann schlief ich ein, mit neuem Wissen, aber den Zauber des Advents habe ich mir nicht nehmen lassen. Ich habe ihn immer im Herzen behalten und schmunzle heute über so manche "Enttarnung" später. 

Die Faszination bleibt, die Freude auch und ich bin im Herzen doch das kleine Lausemädchen geblieben, wenn es um Weihnachten geht und das ist schön. 

Sind Sie auch noch im Kind ein kleiner Lauser? 

Nikolausige Grüße
Birgit Bauer

05 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 5


Advent

Das Licht einer Kerze
schenke ich dir.
Es strahlt voller Licht und Wärme.
Geheimnisvoller Glanz
der in einer kleinen Flamme wohnt.
Schimmer der Zeit des Jahres,
in der sich der Tag zur Nacht hinwendet.
Herbstliches Fegen auf den Straßen,
weht die letzten Geister des Lebens fort.
Schenkt Ruhe und Frieden.
Hüllt die Welt in eine Decke,
damit sie ausschlafen kann.
Lässt Stille und Besinnlichkeit einziehen,
die mit magischem Glitzern das ankündigen,
was den Jahreskreis beendet.
Schau in die Flamme,
spüre ihre Wärme,
die die Frostnachtgeister vertreibt,
Herzen wärmt und das Dunkel erleuchtet.
Es ist
Advent

von Birgit Bauer