20 Dezember 2010

Die Adventsreise Tag 20!

Der Advent ist für mich auch eine Zeit des Lesens. Nicht, dass ich es sonst nie machen würde. Im Gegenteil, ich lese viel und gerne, aber im Advent ist es mir immer ein besonderes Vergnügen. Ich mag die Ruhe in meinem Haus, überall ist es warm und heimelig, Plätzchen stehen auf dem Tisch, es duftet nach frisch gebrühtem Tee oder Kaffee, mein Adventsschmuck, den ich bereits vor dem 1. Advent überall verteilt habe, glitzert ein wenig und der Kater, inzwischen Supermoppelchen das nur noch faul von einem Kuschelplatz zum nächsten Kissen dackelt, schnurrt dazu. 

Letztes Jahr las ich mich durch die Weihnachtsgeschichten von Charles Dickens. Ich mag seine lyrische und teils prächtige Sprache und seine Art, Bilder mit Worten zu malen. Ein beeindruckendes Werk und ich werde es sicherlich immer wieder in die Hand nehmen ... 

In diesem Jahr hatte ich mir vom Nikolaus den etwas anderen John Grisham gewünscht. Der Autor ist ja eher für Thriller und spannende Romane wie "Die Jury", seinem ersten Werk bekannt. Also spannend, sachlich und eher ernste Schreibe. Sozusagen. 

"Das Fest" ist eher das Gegenteil. Witzig und spritzig erzählt der Autor von den Krankes, Luther und Nora, deren Tochter Blair einige Wochen vor Weihnachten nach Peru reist, um dort eine Art soziales Jahr zu verbringen. Traurig stürzen sich die beiden auf dem Nachhauseweg vom Flughafen in eine Art Lebensmittelschlacht und Luther ist verdrossen und genervt. 
Der Steuerberater fängt an, alle Ausgaben vom letzten Jahr aufzulisten und kommt auf ein stattliches Sümmchen und denkt weiter. Was, wenn Weihnachten ausfallen würde? Er könnte dieses Sümmchen auch anders verwenden. Luther macht einen Plan, überzeugt Nora und von diesem Augenblick an sind die beiden allein. Sehr allein. Denn der Rest der Welt inszeniert Weihnachten und gibt sich dem kollektiven Truthahnschmückrausch hin und spendet und feiert und zelebriert. Die Krankes nicht. Sie haben ja einen Plan. Und sie halten durch. Bis genau ... nein, das sage ich nicht. Lesen Sie doch selbst! 

Es lohnt sich, diese Komödie ist witzig, hat mich zum Lachen gebracht, mich amüsiert und mir sehr großes Vergnügen bereitet. Grisham von der anderen Seite und von einer, die mir sehr gefällt. Und so manch einer mag sich vielleicht wiederfinden, in einer der Personen, auch wenn der Autor das bestimmt nicht beabsichtigt hat, aber ein wenig Wahnsinn ist eben immer drin, zu Weihnachten ... oder? 

Hier die Daten: 
John Grisham, "Das Fest", ISBN: 978-3-453-40827-2 , Heyne Verlag, knapp 208 Seiten, 12 Euro, gebunden;

Ich wünsche tolles Lesevergnügen und auch etwas für richtige Weihnachtsmuffel! 

Lesevergnügte Grüße
Birgit Bauer
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