18 August 2011

Überlaufenes Florenz und Lucchetti dell'Amore

Ciao!

Weiter geht es mit dem Ferienvergnügen! Wir reisen heute nach Florenz.
Die Stadt der Kunst, der Mode und ein wenig auch wegen der Liebe.

Kommt man, wie wir mit dem Zug in Santa Maria della Novella an, gerät man unversehens in einen Molloch der Touristen nur so zu verschlingen scheint. Da traben schnatternde Reisegruppen immer dem Schirmchen hinterher und fotografieren alles, was sehenswert ist, coole Fashionistas aus aller Welt stöckeln durch die Nobelboutiquen und lassen sich vom Geplapper der Kindergruppen und dem Sprachgewirr nicht aus der Ruhe bringen.

Dazwischen eine bunte Mischung aus aller Herren Länder, die nur eins will: Den Flair der Medici, ein Hauch Ferragamo gepaart mit Pucci und Armani, eine Nase voll mit dem Geruch tausender, schwitzender Touristen, Kräuter, Vino und mehr.

Schlange und ...
Schlange ... 















 Da Florenz mit dem Auto nicht befahrbar ist, reihen sich die Motorroller wie Perlenketten an einer Schnur die Straßen entlang und warten engst nebeneinander gestellt auf ihre Fahrer. Ungefähr genauso lang ist die Schlange am Dom. 200 Meter? Kein Problem. Schließlich will jeder zur Statue des David oder auf den Turm um Florenz von oben zu bewundern. Überall Tauben, dazwischen junge Künstler, die sich malend zwischen die Statuen lümmeln und kreativ die steinernen Gestalten auf Papier oder Leinwand übertragen.

Ein buntes Miteinander und jeder ist auf den Beinen. Man sieht von allem etwas. Vom Bettler, der jeden um eine Münze anhaut, bis hin zur mondänen italienischen Familie, die immer schick aussieht und nie zu schwitzen scheint und sich im besten Café am Platz Törtchen, Eis und Espresso gönnt.

Übrigens, wenn man in die Uffizien möchte, muss man sich anmelden und einen Platz reservieren. Die berühmte Gemäldesammlung ist absolut überlaufen.

Kommen wir nun zur Amore, zur Liebe! So bevölkert und gut besucht Florenz ist, so ist die Stadt doch auch sehr romantisch. Wer sich ein wenig abseits der Touristenpfade bewegt, findet stille Ecken, die sich bestens für kleine, romantische Gesten eignen oder einfach bezaubern.

Bewegt man sich in Richtung Arno, bewegt man sich auch zu dem, was wohl jeder Besucher mehrfach auf Speicherchip bannt. Dem Ponte Vecchio, DER Brücke überhaupt.

Dort, wo heute Goldschmiede und Schmuckverkäufer Geschäfte machen, waren früher Gerber und Schlachter, die aber per Beschluss ausquartiert wurden. Warum kann man sich wohl denken ...




Bevor man jedoch die Brücke betritt, trifft man auf dies hier:

 

Liebesschlösser: Lucchetti dell'Amore! 

Tausende Vorhängeschlösser sind an die massiven Ketten geheftet, die den Gehweg von der Straße trennen. Mit Initialen graviert oder mit wasserfestem Stift aufgemalt, mit Datum versehen und immer mit einer Geschichte im Hintergrund: Wir möchten, dass unsere junge Liebe für immer bleibt.

Wundervolle Idee! Und gleichzeitig war ich ein wenig traurig, ich hätte nämlich auch gerne ein Schloss mit einem feierlichen Kuss dort angebracht! :-)
Meine Liebe ist zwar nicht mehr ganz so jung, aber nicht weniger glücklich und sie zwei Tage nach unserem Hochzeitstag dort zu besiegeln wäre wunderschön gewesen. Nicht weniger schön war allerdings der Gedanke und der Kuss über den Schlössern, der bestimmt auch Glück bringt.

In diesem Sinne, sollten Ihre Wege Sie nach Firenze führen, Schloss mitnehmen und mit der Liebsten oder dem Liebsten anbringen. Da mir klar ist, dass ich die Stadt wiedersehen werde, weil ich mit den Ferragamos noch eine Rechnung offen habe, werde ich das tun.

Und was es mit der Rechnung mit den Ferragamos auf sich hat und wieso ich manchmal zu bescheuert bin, mich richtig zu kleiden, erkläre ich in Kürze. Aber vorher will ich endlich einen Urlaubskommentar! Wer erlebte Romantisches, Ergreifendes, Schauriges oder Mitreißendes? Oder war ich allein in Urlaub?

Bis demnächst .... arrividerci!
Birgit

Bild und Text: BB
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