19 Juni 2013

Hitzewelle Teil 2

Gestern Abend im Freibad. Die Hitze treibts bunt. Auf Bikinis, rot gebrutzelten Menschen und in den Köpfen. Auf der Liegewiese, kurz vor der Pommesbude scheint neuerdings ein Hotspot für Flirtwillige zu sein.

Dort sammeln sich einsame Menschen auf ihren bunten Handtuchparzellen und harren der Dinge. Ladies gehen gut eingeölt und aufrecht zum Becken, zieren sich vor der Kälte und die Herren der Schöpfung haben wohl die Sonntagsbadeshorts aus dem Schrank gezogen, um extrem lässig abzuhängen.
Unter anderem im Rudel: Der Supercoole, etwas untersetzte mit dem gut gegelten Haupthaar und die zierliche Blonde mit dem Glitzerbikini und dem ach so wichtigen Iphone in der Hand.

Sie hat mir quasi einen Strich durch die Flirtrechnung des coolen Machos gezogen. Als ich nämlich aus dem Becken kam, lächelte er mir zu, seine Augen blitzten zuerst und verdunkelten sich bedrohlich, als das Herzblatt mich an der Hand nahm. Auch er bemerkt so etwas. ;-).
Ich fiel somit durchs Raster. Ein Umstand, der mich aber nicht weiter beeindruckte, ich weiß, was ich habe, schätze das Kompliment und beobachtete nun das Anpirschritual.

Er, gegelt, strich sich (igitt) durch das Haupthaar, setzte die Sonnenbrille wieder auf, schnappte sich seine Zeitung und ließ sich neben der Blonden ins Gras plumpsen. Einfach so.
Die Blonde schaut auf, schaut ihre Freundin (klein, gut gebaut, sehr fraulich, aber nicht das passende Objekt für unseren Gegelten) an und wischt weiter übers Phone.

Er spricht. Sie spricht auch. Legt das Phone weg, zündet sich eine Zigarette an. Er zückt die Zeitung. Fragt. Sie schaut ihn fragend an. Zuckt mit den Schultern und zückt das Iphone. Es glitzert im Sonnenschein. Genauso wie ihr Bikini, während sich neben ihr die Miene ihrer Begleiterin bedrohlich umwölkt.
Er startet den nächsten Angriff. Sie drückt die Zigarette aus. Schaut rüber. Ich beobachte den wortlosen Dialog zwischen den Frauen, den er verpennt.

Gleichzeitiges Angeln nach den Flipflops, synchrones Aufstehen und? Abgang.
Wir grinsen uns eins und der Gegelte scannt. Dann erhebt er sich. Seine Shorts sind zu lang. Und zu pauschal. Blau mit weißen kleinen Streifen. Passen auch nicht zur Designersonnenbrille. 'Hey das geht cooler', denke ich und verfolge seinen Blick.

Um die Ecke, mitten in der Sonne: Knackig, schwarzer Bikini, goldbraun gebacken liegt das nächste Opfer. Mit Freundin. Dafür ohne  IPhone und mit Zeitschrift. Klatschpresse.

Er zieht um, schnell! Plumpst dieses Mal sofort direkt neben das weibliche Duo und schaut. Sie nehmen ihn nicht wahr. Das mit der Coolness ist eben auch so eine Sache .... :-)

Am Ende sucht er Trost im kalten Naß, das auch schon kälter war. Er tunkt die Gelpampe ins Wasser und checkt die Lage, vielleicht war da noch ein passendes Zielobjekt für nähere Observation im Pool ....
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