16 Januar 2014

Gegen Gruppenzwang auf Facebook! Und warum Netzwerken so nicht klappt!

Vor einigen Tagen ist es wieder geschehen. Ich wurde auf Facebook mal eben so in eine Gruppe zwangseingewiesen. Facebook macht das ganz einfach. Die technischen Einrichtungen der Plattform gestatten Gruppenmitgliedern oder Gruppengründern, per Mausklick andere Kontakte hinzuzufügen. Ungefragt, lediglich ein Hinweis in der oberen Symbolleiste weist dann auf die neue Gruppenmitgliedschaft hin.


Gruppen gibt es verdammt viele. Interessante, Seltsame, Spannende und solche, die die Menschheit wahrscheinlich nicht braucht. Wie auch immer, jeder kann sich entfalten, sollte aber auch frei entscheiden dürfen, was eine Mitgliedschaft betrifft. Dass ist aber nicht möglich. Nicht auf Facebook. 

Meine letzten Einladungen, die ich ablehnte, waren außerhalb meiner Interessen. Ich wollte nicht eine Menge Kohle verdienen, zumindest nicht auf die offerierte Art und Weise und auch Kontakte in Massen sammeln wollte ich nicht. Was ich auf meinen schnellen Austritt manchmal schon bekam, sind beleidigte Kommentare. Weil man mich für undankbar gehalten hat, als ich die offerierte Supergelegenheit schlicht ablehnte und mich selbst ganz schnell entließ.

Gegenfrage: was ist mit denen, die man hinzufügt? Die, die man mit dem Klick schlicht vor vollendete Tatsachen setzt, könnten auch beleidigt sein. Wer hinzufügt, muss dem Gegenüber das Recht gewähren, sich gegen eine Mitgliedschaft zu entscheiden. Oder?

Als ich mich wieder einmal zum Thema äußerte (ich war gerade wieder einmal ausgetreten und genervt vom Gruppenzwang), bekam ich viel Zustimmung. Wir fragten uns, was aus dem Netzwerken geworden ist. Warum ist es Vielen offenbar nicht möglich, Kontakte zu fragen, ob sie Interesse an einer Gruppenmitgliedschaft haben? Wäre es nicht der perfekte Anlass ins Gespräch zu kommen?

Netzwerken ist Austausch, ein Geben und Nehmen, die Pflege der eigenen Reputation. Man braucht ein wenig Kontaktfreude, Hirn, Lust am Miteinander und ja, Rücksicht und gute Umgangsformen sind auch nicht schlecht.

Etwas, dass wir alle wissen müssten. Ich betone: alle. Nicht nur Teilnehmer. Auch Entwickler. Es ist schön, dass man niedrigschwellige technische Lösungen anbieten kann, die Verständigung so einfach machen. Aber ist es deshalb nötig, Umgangsformen zu vergessen?

Zudem, Zeit ist ein knappes Gut und dieses unüberlegte Hinzufügen kostet Zeit. Zeit, in der wir uns möglicherweise ärgern, löschen, blockieren und uns dumm anpflaumen lassen können, weil wir nicht wollten. Dabei könnte man diese Momente auch wesentlich sinnvoller nutzen.

Es ist wünschenswert, endlich vernünftige Lösungen zu entwickeln, die nicht nur niedrigschwellige Bedienungsmöglichkeiten bieten, sondern auch darauf ausgerichtet sind, solche Gruppenzwänge zu vermeiden. Zumal man sich ja soziales Netzwerk nennt.

Ganz ohne Gruppenzwang, Birgit! :-) 
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