06 März 2014

Der Blick hinter die Kulissen - oder warum menscheln Vertrauen schafft!

Manchmal wundere ich mich schon. Hier gibt es Personen, die alles über ihr Unternehmen, ihre Selbstständigkeit, ihre Projekte erzählen, aber nichts, nada, rien über sich selbst. Ich weiß weder was sie gut oder schlecht finden, noch was sie außerhalb ihres Berufs interessiert etc. Wo ist da eigentlich der Mensch hinter dem Unternehmen? Wenn mich hier nur die Leistung interessieren würde, könnte ich auch nur Webseiten anschauen. Irgendwas wird da doch missverstanden....

Diese Zeilen schrieb Simone Weber vor einigen Tagen auf Facebook. Sie ist in meiner Kontaktliste und wir wissen etwas voneinander. Neben dem Beruflichen auch ein wenig Privates.

Erkennen Sie das Problem? Es ist das, was alt bekannt und doch so „Neuland“ zu sein scheint. Das, was hinter der Firmenkulisse ist, der Mensch, er spricht nicht. Man macht Social Media und doch nicht. Das was man macht, entspricht dem, was auf einer Homepage geboten ist, um Simones Vergleich zu nutzen. Einbahnverkehr eben, mechanisch, emotionslos, ohne Platz für Dialoge. Wie früher zu Web 1.0 Zeiten.

Mich wundert das auch und ich frage mich, wieso es sich noch nicht herum gesprochen hat, dass Social Media so viel mehr ist als schnöde Infos zu posten. Wo wir doch alle wissen, dass es in den sozialen Medien so sehr menschelt. Wir reden täglich darüber, predigen die Weisheiten des Netzwerkens und doch tun viele es nicht wirklich. Und hadern, was nur logisch ist, wenn keine Aufmerksamkeit zurückkommt. 

Die Basis für Aufmerksamkeit ist aber die Information. Nicht in erster Linie die, die über ein Unternehmen angeboten wird, die über Projekte da steht. Es ist die Information über den Menschen, der hinter der bunten Unternehmenskulisse sitzt. 
Und logisch ist es die Neugierde, die den Leser, sprich uns antreibt, wir wollen einen vertrauenswürdigen Krümel von dieser Person. Denn genau das schafft Vertrauen und generiert Aufmerksamkeit.

Es ist nichts anderes als soziales Leben. Was uns auch ins reale Leben katapultiert. In Meetings unterhalten wir uns nicht ausschließlich über Geschäftliches. Nach einiger Zeit wissen wir, dass unser Gesprächspartner ein passionierter Hobbygärtner ist. Wir haben erfahren, dass sie einen Marathon gewonnen hat und er gerade mitten im Hausbau steckt. Dinge, die hilfreich sind, um einfacher ins Gespräch zu kommen und im eigentlichen Thema zu landen. 

Wenn wir uns vernetzen wollen, müssen die anderen, also Kunden oder zukünftige Geschäftspartner, wissen und sehen, dass hinter dem anderen Rechner ein Mensch sitzt. Einer, der fühlt, lacht, mal wütend ist und nicht nur in Automatismen handelt und in Algorhitmen denkt.

Klar ist auch, dass man nicht alles sagen muss, soll, kann und darf. Aber ein Fizzelchen Leben schadet nie und muss in den sozialen Medien auch sein. Oft ist ein Wundern, eine Gefühlsregung oder ein freudiger Aufschrei genau der Türöffner, den wir benötigen, um das Vertrauen zu generieren, das uns ganz nah zu denen bringt, die wir als Zielgruppe bezeichnen. Es nennt sich nicht umsonst soziale Medien und betritt man sie, muss man mit Gemenschle und einer Menge auch privater Informationen rechnen. Wer das nicht möchte, muss sich überlegen, ob er dann genau da richtig positioniert ist. Näher am Menschen kann man fast nicht sein. 

Daher ist es auch wichtig eines nie zu tun: eine Zweitkulisse hinter der Firmenkulisse errichten, die nicht zum Mensch passt. Wer nicht authentisch agiert, wird schnell entlarvt und das kann richtig übel werden ... 

Demnächst gehts um das, was wir im Netz so sagen ... 

Viel Spaß beim Vernetzen! 

Copyright by Birgit Bauer
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