08 Dezember 2014

Was die Bauer nicht kennt ....

.... das probiert sie aus. Nicht alles, weil es gibt tatsächlich Dinge, die ich so gar nicht mag, aber die sind echt abzählbar.

Ich habe im Leben schon viele Dinge ausgetestet. Weil ich finde, dass man erst dann wirklich mitreden kann, wenn man eben Erfahrungen mit etwas gemacht hat.

Sind sie schlecht, gut, dann wars das. Ich machs nie wieder und fertig.

Sind sie gut, bleibe ich dabei und forsche noch viel, viel weiter.

Mir ist es wichtig, ein Thema genauer anzusehen. Pro und Contra genauer unter die Lupe zu nehmen und mir am Ende eine Meinung zu bilden.

Dass ich dabei eine Prise Misstrauen verwende, hinterfrage und  beobachte, ist klar.

Deshalb verstehe ich es oft nicht, wie Gesprächspartner, sobald sie hören, dass ich Social Media und die daraus verfügbaren Möglichkeiten mag, auf totale Gegenwehr schalten ohne scheinbar wirklich etwas zu wissen.

Da ist zum Beispiel die Behauptung, man würde in den Social Networks nur über Katzen, Klo und Kaffee reden und das wäre doch zu niveaulos. Auf die Frage, woher diese Erkenntnis kommt, erhält man häufig folgende Antwort:

Man hats gehört. Irgendwo, irgendwann, von irgendwem.
Oder gelesen.

Das Herkunftsdatum  der Info ist unbekannt. Ein Hinterfragen wird überbewertet. Selbst einfach mal nachschauen? Brauchts nicht.


Und das von uns, den sonst so kritischen Deutschen, die wir alles hinterfragen, misstrauisch prüfen und persönlich in Augenschein nehmen.

Ist es, wie ein weiser Mann in meinem Leben sagen würde, eine Sache der Evolution? Vielleicht benötigen wir noch ein oder zwei Generationen, um das, was da passiert, wirklich zu verstehen?

Oder liegt es eher am offenbar fehlendem Wissen an sich?

Viele von denen, die von den drei K erzählen, wissen nur das Gehörte. Erfahrungswerte sind so gut wie nicht vorhanden, aber geschimpft wird schon mal.


Mir gruselt, wenn ich höre, dass die drei K offenbar so intensiv in die Köpfe eingebrannt wurden. Sind wir wirklich so festgefahren? Es bleibt oft nur Raum für Unmut. Das Facebook ist böse und das Internet muss man löschen. Basta.

Ich habe in meiner Kindheit gelernt, dass man alles irgendwann einmal probiert haben muss, bevor man über etwas schimpft oder es kategorisch ablehnt. "Was Klein Birgit nicht kennt, frisst sie nicht" gab es schlicht nicht. Und das ist gut so.

Es ist etwas, das ich bis heute beherzige. Ich bilde mir eine Meinung, indem ich mir Informationen beschaffe die, zeitlich gesehen, aktuell sind, hinterfrage und probiere bei Bedarf selbst das Menü, das auf der Karte steht. Bin ich mir nicht sicher, suche ich mir Experten, Fachleute, die mir mehr zum Thema sagen können und mich so dabei unterstützen, mir ein eigenes Bild von einer Sache oder einem Thema zu verschaffen und dann zu entscheiden.

Ich glaube, es ist an der Zeit, mehr über Medienkompetenz zu sprechen, die nicht nur von drei K Argumenten kommt, sondern davon, dass der Bauer das Menü wenigstens getestet hat. Denn letzlich sind wir auch die Generation, die ihre Medienkompetenz an die nachfolgenden Generationen weitergibt und sollen wir die im Stich lassen, nur weil wir an drei K kleben geblieben sind?

Nachdenkliche Grüße

Birgit

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