17 April 2010

Freigänger oder Ausgang! Teil 1!

Der Tag, an dem alles begann, war wirklich ein schöner Sonntag. Ich beschloss, ein wenig durch das Revier zu streifen, um Gerüchten über eine neue, heiße Mieze nachzugehen und mich dann im Anschluss am Goldfischteich auf der anderen Straßenseite mit meinem Freund Pepper zu treffen. 
Ein friedlicher Sonntag. Wirklich! Gerne hätte ich die neue Mieze getroffen und sie ein wenig umgarnt, aber die Dame hatte wohl etwas anderes vor. Statt dessen traf ich Gundel, meine andere Freundin und streifte ein wenig durch unsere Mäusewiese, da auch Pepper verschwunden war.
Lilly, meine andere Angebetete, darf ja nicht wirklich raus, die Prinzessin ist eine Indoorkatze, die man nur an warmen Sommerabenden und nur mit Leibwächter trifft. Schade!

Als es kälter wurde und dunkle Wolken aufzogen, beschlossen wir, unsere Runde aufzulösen. Nix los im Revier und nein, bevor Sie denken, ich wäre ein alter Schwerenöter, das ist alles wichtige Nachforschung. Investigativ sozusagen. Ich schlenderte gemütlich nach Hause, freute mich auf meine Runde Katzenkekse und eine Schmuserunde mit der Tippse. Ein letzter Zaun und ich war da. Leider blieb ich irgendwo mit meiner Zehe hängen. Hinterpfote links. Es blutete etwas, tat aber nicht weh, sodass ich mich gemütlich neben die Tippse auf das Sofa kuschelte und ihr ein Schnurrkonzert zum Besten gab. 
Bis sie den wirklich kleinen Blutfleck auf meiner Kuscheldecke entdeckte und mich aus meiner Gemütlichkeit riss, indem sie sofort Herr Chen herbeirief und meine Pfote inspizierte.
Blöderweise stand die Zehe waagerecht zum Bein ab. Was blöd war, denn jetzt war Alarmstufe Rot. Und mein Elend begann damit, dass man mich in diesen kleinen Kasten steckte und mich ins Auto verfrachtete. 
Habe ich erwähnt, dass ich diese Züge bei meinem Personal nicht schätze? 
Dann, ich war schon heißer vom Protest, den ich lautstark von mir gab in dem komischen Blechteil, das rollt, holt mich ein großer Mann heraus, der sich eingehend mit meiner Zehe beschäftigt und fotografiert mich auch noch. 

Ich hasse es, fotografiert zu werden! Besonders hasste ich es, als man mir mitteilte, dass ich, der mächtige Herr Muzz meine Zehe verlieren würde. Gemein ist das! 
Danach packten sie meine Pfote ein, etwas, das ich nur mit Protest und drei Menschen über mich ergehen ließ. Ich kann ein verdammt standhafter Kater sein! Wirklich! Und ich habe sie alle zusammengeknurrt und gefaucht und gequiekt und als der Verband dran war, schüttelte ich, was das Zeug hielt, die Pfote, ich kann Verbände nicht leiden! 

Der Tag endete damit, dass man mich bemitleidete, ich die Pfote rüttelte und schüttelte, nicht mehr ins Revier durfte und meine Kekse nahm man mir auch weg. Ich solle nüchtern bleiben und legte mich auf meine Kuscheldecke. Weil am nächsten Tag ....

Das erzähle ich Ihnen in Kürze .... Jetzt gehe ich erst einmal die Katzensonate für Solobasskaterstimmen vor der Haustüre zum Besten geben. Vielleicht darf ich dann einen Reviergang machen? 

Verschnurrte Grüße
Herr Muzz
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