18 April 2010

Freigänger ohne Ausgang! DER Tag

Der Tag begann wirklich richtig scheußlich. Sie hatten mich vergessen! Keine Kekse (Trockenfutter sagt mein Hauspersonal) und auch die versprochene Feuchtmaus (Feuchtfutter, sagt mein Personal) gab es nicht.
Hungrig und ziemlich angesäuert blickte ich in den Morgen.
Reviergänge waren verboten, Futter gab es nicht und ich war diesen scheußlichen Verband leid. Ich hatte mich während der Nacht davon befreit und ihn auf der Treppe liegengelassen. Sollten sie ihn doch wegmachen! 
Beleidigt verzog ich mich dann aber, als Herr Chen mit dem Transportkoffer kam. Schon wieder????? Panische Fluchtversuche halfen aber nicht. Im Gegenteil, ich wurde gepackt, in die Kiste gesteckt und schon fiel die Türe hinter mir zu. Manchmal bin ich wohl ein wenig zu gemütlich ...

Was dann kam, war eine Frechheit für einen wirklichen Kater: Fahrt in dem Blechkäfig, heiseres Stimmorgan meinerseits, Ankunft und Unterbringung in so einem Gebäude, das sie Arztpraxis nennen und dann ... dann schlief ich ein. Mir wurde schwummrig und ich wollte nur eines: Meine Ruhe.
Allerdings erwachte ich schnell wieder und stellte fest, dass der Verband, den ich mir doch selbst abgefriemelt hatte, wieder dran war. Blütenweiß und wirklich lästig. War aber ein Klacks, das weiße Teil hielt ja keine Viertelstunde. Anfänger! Nur Anfänger! Und ich bin ein erfahrener Kater! Jawohl!

Ich saß immer noch in dem fremden Käfig und man versuchte wirklich, mich gut zu stimmen. Die Tour habe ich den jungen Damen, die man Tierkrankenschwester nennt, aber gründlich versaut und meine uncharmante und ziemlich rüde Seite nach oben gekehrt.
Ich wollte doch nur eins: Endlich futtern, raus in die Freiheit und Pepper, meinem Freund endlich davon erzählen, wie es ist, wenn man sich in ärztliche Hände begibt. Ich musste ihn doch warnen! 
Dass daraus nichts wurde, denken Sie sich bestimmt schon. Man stopfte mich von einem Käfig in die Transportbox, ich musste in das Blechteil, es rumpelte und ich schrie. 

Zuhause ließ man mich erst mal aus dem Transportabteil, ich meckerte Frau Li heftig an und verlangte sofort nach einer Erklärung, die ich zwar bekam, aber die ich nicht mag: Ich wäre selbst schuld, weil ich über den doofen Zaun gesprungen und hängengeblieben war.
Was kann ich bitte dafür, dass Ihr Menschen alles einzäunt und ich mit ein wenig Übergewicht und 12 Jahren auf dem Rücken ein wenig einfachere Wege möchte? 
Übrigens, ich trat in Hungerstreik für einen Tag. Hat aber auch nix geholfen. Ich sitze immer noch fest und bin Standgut ... Und meine Tippse, der hab ich ordentlich eingeheizt! 

Davon in den nächsten Tagen mehr ... 
frechgrinsende Grüße
Herr Muzz!
Kommentar veröffentlichen