12 April 2011

Fastenzeitgedanken

Reden wir über Verzicht. Über bewussten Verzicht in Sachen Konsum.

Inspiriert von der Ava-Autorin Christiane Prang, begann ich vor einigen Tagen darüber nachzudenken, ob es immer nötig ist, alles das, was einem beim Einkaufen quasi über den Weg läuft und verführerisch winkt, wirklich zu kaufen. Nicht, dass ich immer alles kaufen würde, was mich anspringt, aber manchmal werde ich weich und greife kopflos zu. Gerne bei Kosmetik, das habe ich mit der Autorin gemeinsam und auch gerne, was gute Stifte und Papier angeht.

Und ich freue mich sehr, dass Ava - Chefredakteurin Dorothea Palte gemeinsam mit der Autorin entschieden hat, hier einen Teil des Artikels verfügbar zu machen. Denn: besser kann mans nicht schreiben!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß!

Sieben Wochen ohne Konsumterror

von Christiane Prang

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Kram, überall Kram. Konsumkram. Es hat sich wieder so viel Überflüssiges angesammelt: Das 25te Halstuch, der 19te Lippgloss in trendy Farbe, noch ein aktueller, spannender Roman … Lauter schöne, unnütze Dinge, die mein Leben vollstopfen, mir ein schlechtes Gewissen machen, weil ich sie nicht brauche. Da kam mir das Angebot "7 Wochen anders leben" der Aktion Andere Zeiten wie eine kleine Erlösung vor: In der Fastenzeit sieben Wochen auf Angewohnheiten verzichten. Unter den Teilnehmern gab es unterschiedliche Fasten-Bedürfnisse: Die einen verbannten Schokoriegel & Co., andere verzichteten auf Kaffee, Alkohol oder auf Medien. Sieben Wochen Glotze aus. Stattdessen Leseabende, Gesellschaftsspiele mit den Kindern. Ich habe mich fürs Konsumfasten entschieden!
Ende der Gedankenlosigkeit
Ich wollte gerne eine Pause machen von Aktionsangeboten, Mitbringseln vom Einkaufsbummel, Prospekten, die jeden Tag meine Augen kreuzten … Es schien mir lohnenswert, ich wollte es ausprobieren. Würde ich es schaffen? Was würde dieser selbstauferlegte Konsumverzicht mit mir machen? Aschermittwoch war mein Stichtag: Nur noch das Nötigste einkaufen, nichts mehr anschaffen, sammeln, anhäufen und zusätzlich konsumieren: Kein Kleidungsstück, kein neuer Haushaltsgegenstand, keine neuen Modeschmuck-Ohrringe, keinen Zusatzleckereien beim Lebensmitteleinkauf. Als ich anfing, wurde mir schnell klar, wie unüberlegt man Sachen anhäuft. Wie schnell ist mal ein Artikel im Einkaufswagen verschwunden – man könnte ihn ja vielleicht gebrauchen. Oder der Coffe-to-go-Becher von der Tanke – klar, man hat ja noch nichts gefrühstückt. Außerdem praktisch, schnell und … schlecht für die Umwelt!
Vom Umgang mit Weniger
Ich begann, mich zu beobachten: Werde ich Zuckungen in meiner Hand bekommen oder Kreise in den Augen, wenn ich an Ladenlokalen mit tollen Auslagen vorbeigehe? Wie diszipliniert werde ich mich in meiner Lieblingsdrogerie verhalten? Das verwöhnende Rosenduft-Duschgel, kann ich mich zurückhalten? Letztens war ich mit einer Geschäftsfreundin auf einer Beauty-Messe. Geschäftlich. Ich wusste nicht, dass dort auch Sachen zum Verkauf angeboten wurden. Ich dachte: Auf einer Messe kauft man doch nichts. Meine Begleiterin gab ihr ganzes Geld aus. Für Schmuck, Kosmetik. Dieses Animationsangebot war für mich etwas schwierig. Mein Programm im Hirn war auf Anti-Konsum eingestellt und nun kamen solche ärgerlichen Ablenkungen dazwischen. Ich spürte genau, dass ich mich richtig entscheiden musste, nicht darauf einzugehen. Der Reiz war für einen kurzen Moment da, aber viel größer war der Ärger! Darüber, dass mir diese Verführungen in die Quere kamen und mich von meinem Fastenvorhaben abbringen wollten. Ich habe dann auch tatsächlich ein kleines Schmuckstück gekauft. Wohl eher, weil ich mir in dem Moment nicht die Blöße geben wollte vor meiner Kollegin. Oder weil ich es lästig fand, in dieser Situation mit ihr darüber zu reden? Vielleicht. Ein Ausrutscher, der mich etwas ärgert. Mich aber nicht von meinem weiteren Fastenvorhaben abbringen kann.
Neue Freiheit
Jetzt, nach drei Wochen des Verzichts, merke ich vor allem zwei Dinge: Schärfere Selbstbeobachtung, Einfallsreichtum und eine neu gewonnene Freiheit und Gelassenheit. Ich fühle mich ruhiger, nicht mehr so gehetzt. Kann man nicht die Vorräte aus Regal und Kühlschrank erstmal aufbrauchen? Ja, man kann. Wie wäre es denn mal mit einer selbstgebastelten Karte für meine Freundin zu ihrem Geburtstag? Warum nicht? Macht doch Spaß, habe ich als Teenie ja auch immer gemacht. Klamotten erstmal ne Weile (auf)tragen? Hm, wer sagt, dass man jeden Monat etwas neues zum Anziehen braucht? Mit der Körperlotion und Gesichtscreme sparsamer umgehen? Aber klar, auch das geht … funktioniert sogar bei einer bekennenden Beauty-Fashionista.


An dieser Stelle käme jetzt eigentlich das Fazit von Christiane Prang. Das können Sie auch lesen, wenn Sie mögen, aber nicht hier. Sondern direkt beim Ava-Magazin! Dort können Sie den Artikel fertig lesen, ein kostenfreies und unverbindliches Probeabo versuchen oder gleich richtige Abonnentin werden. Ganz wie Sie mögen!

Mein Fazit:
Es hat schon seine Vorteile, sich auf das "Wichtige" zu konzentrieren und sich darüber zu freuen, dass die Welt nicht untergeht, wenn man diese kleinen, netten Dinge einfach zurücklässt. Im Laden selbstverständlich.

Und wie ist es bei Ihnen? Verzichten Sie schon oder kaufen Sie noch? Worauf Sie nicht verzichten sollten, ist ein Kommentar hier. Entweder anonym oder gerne auch mit Ihrem Namen drunter!

Herzliche Fastenzeitgrüße
Birgit Bauer

Textquelle: Ava - Magazin, Text urheberrechtlich geschützt.
Einleitung und Schluss Birgit Bauer, Text urheberrechtlich geschützt.
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