29 April 2014

Der Aufreger?! Über Ostergrüße und Interaktion …

Ab und an passiert es, dass man sich aufregt. Ein kleiner Funke genügt und die Bombe zündet und explodiert. Wie kann der nur? Was denkt die sich eigentlich? 

Aufreger sind es, die uns manchmal auf die Palme bringen und manchmal auch nicht.
In den sozialen Netzwerken passiert es mir oft, dass ich so richtig nette Aufreger finde, die Interaktion in Gang setzen.


Zum Beispiel zu den Osterfeiertagen. Da tobte die osterhasige Eierschlacht durch die Posts. Osterwünsche zu Hauf. Und Aufreger gleich dazu. Da schwirren Nikohasi und Osterklausi auf bunten Eiern, in Begleitung von Lämmchen und Engelchen durch die Timeline und manchmal wirds einem blümerant. Aber nur ein bisschen, viele der Posts sind ehrlich gemeint. 

Und doch nerven sie. So manchen, der dann seinem Unmut Luft verschafft.

Es war eher ein Aufregerchen über das Menscheln im Netz. Im normalen Leben bekommt man nämlich rund um Feiertage immer die besten Feiertagswünsche präsentiert. Im Supermarkt, auf der Straße von Bekannten, am Telefon, von Freunden, Kollegen, Chefs, Geschäftspartnern, der Familie und von solchen, die einfach nur freundlich sind.

Regen wir uns da auf? Nö! Wieso auch, wir freuen uns. Prallen die Wünsche auf die sozialen Netzwerke, sieht es tatsächlich anders aus. Da gibts Beschwerdeposts über tieffliegende Osternester, jubilierende Engelsscharen garniert an Wünschen. Wieso? Keine Ahnung. 

Ich frage mich, ob man sich darüber aufregen sollte.

Was mich wirklich aufregt an den Feiertagen sind die Nachrichten oder auch Posts, die die Feiertage für oft recht plumpe Werbeaktionen nutzen. Da bekomme ich Videos über Grundkurse in Social Media Dingen, kann in 48 Stunden ein Buch schreiben und lernen, wie ich zum Supertrainer werde und vieles mehr. Ich könnte in kurzer Zeit zum Superexperten mutieren. Oder?

Diese "Geschenke", die ja immer nur für mich sind, wirklich!, nerven. Sie sind nur dazu da, um mich so total von der Seite anzubaggern. Die Strategie hinter dieser Aktion ist recht simpel und wirkt nicht durchdacht.

Das Motto ist: Ab in den Verteiler.

Ob du schon Social Media kannst, Interesse daran hast, deine Seele von innen zu reinigen oder ein Buch in 48 Stunden schreiben willst, ist egal. Ob du interessiert bist an dem, was wir dir aufdrücken wollen, ist nicht interessant.
Wir kleistern dich zu, wir die wohlmeinenden Geister der Netzwerkwerbefront, die das große  Fest fürs große Rudelakquirieren nutzen. Und wer nicht bei 3 auf dem Baum sitzt, wird eingedeckt.
Unelegant und nicht recht sinnvoll. Die Reaktion ist nämlich bei mir, und wie ich herausfand, bei vielen anderen auch: Löschen und Lösen. Den Kontakt.

Dabei wäre es doch so einfach. Der Dialog!

Anstatt mit plumpen Versuchen frohe Ostern zu wünschen, wäre es für mich als Zielobjekt viel angenehmer, ehrlich frohe Ostergrüße zu erhalten. Einfach so. Werbung käme später.  Wenn sich aus einem frohen Ostergruß vielleicht ein Dialog entwickelt hat. 

Besteht der Dialog, kann man herausfinden, ob die Person überhaupt interessiert an einem Produkt ist. Man kann Vorlieben ausloten, Gepflogenheiten kennenlernen, Kompetenz zeigen, mit guten Inhalten aufwarten und begeistern. 

Interaktion ist der Schlüssel!

Ist das alles interessant genug, kommt es zur Interaktion, zum direkten Kontakt mit der Zielgruppe. Dann ist es wichtig, am Ball zu bleiben, den Schwung zu nutzen und noch präsenter zu werden. Zu interagieren.

Interaktion ist, wie wir wissen, ein wichtiger Bestandteil wenn man in den sozialen Netzwerken und in Business Networks agiert. Sie schafft Vertrauen, bildet Nähe, lässt Platz für Neugierde und Raum für Begegnungen. Und das für alle. 

Interagiert man nicht, sondern klatscht nur plumpe Werbung in die Postfächer indem man ein eigentlich schönes Fest zum Anlass nimmt, um sich irgendwie bemerkbar zu machen, passiert meistens das Gegenteil von dem, was man eigentlich wollte. Man landet im Fach für Nervensägen und somit im Nirvana.

Und das ist letztlich konsequent, denn wie sagt uns eine alte Volksweisheit: So wie du in den Wald rufst, so kommt es zurück.

Strategie macht den Unterschied

So schön und einfach die Werbegestaltung in sozialen Netzwerken oder auch Business Networks funktioniert, ein Knopfdruck genügt meistens, so überlegt sollte sie sein. Eine gute Strategie und definierte Ziele, Zielgruppen und der Blick auf die wichtigsten Personen, die Nutzer, machen oft den Unterschied in Sachen Erfolg einer Aktion.

Denn letztlich entscheidet ein unüberlegter Klick darüber, ob man sich beliebt oder richtig unbeliebt macht und als Spamverteiler mit tieffliegendem Osterweihnachtsgewünsche und nachhaltig mögliche Kunden vergrault und hochkannt mit einem anderen Klick aus deren Netzwerken befördert wird. 

Es ist also das eine, frohe Osterwünsche einfach genau als jene wahrzunehmen und sich nicht aufzuregen oder schlicht spammend etwas in den Wald zu schleudern, das sowieso keiner braucht und mindestens genauso rüde abblockt.

In diesem Sinne, auf zum nächsten Fest …. Oder Aufreger? Oder Anlass für neue interaktive Schritte? Wer weiß das schon.

Frohes Feiern! 
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