08 Mai 2015

Über Seifenblasen und Budgets

Bild: Pixabay.com 

Schön oder? Die Seifenblase. Sie ist wunderschön, schillernd und etwas, was gerne ansieht. Man kann schon ab und an ins Träumen geraten.

Doch, schaut man auf die Realität, ist alles ein bisschen anders. Manchmal mühsamer, aufwendiger, mit mehr Aufwand verbunden.
Seifenblasen sind kleine, zarte Gebilde, die auf den ersten Blick begeistern und auf den zweiten Blick eben nichts anderes sind, als ein Spritzer Seifenwasser.


Als ich neulich während einer Konferenz einem Vortrag über die Social Media Nutzung von Patientenorganisationen zuhörte, waren da eine Menge Seifenblasen und wenig Realität, was Budgets, Personal, Strategie und Inhalte betrifft.

Die Botschaft: "Alle Kanäle müssen bespielt werden, um maximalen Erfolg zu erreichen!" und "Social Media ist wunderbar, so klasse, so viele Leute sind da und man muss raus!!"

Ich schüttelte innerlich den Kopf, während ich mich auf eine schöne Show mit unheimlich schicken Erfolgsbilanzen einrichtete. Und sie auch bekam.

Eine schöne schillernde Seifenblase nach der anderen stieg in den Himmel. Farbig wurde das ganze mögliche Portfolio ausgerollt, von Crowdfunding gesprochen, über die Produktion von Videoclips gefachsimpelt und gezeigt, welche Wunder Social Media auslösen kann. Oder auch nicht. Aber davon wurde nicht gesprochen. Es war alles farbig, hell und wunderbar. Ja. So. Halt.

Schöner Schein und die Realität ganz anders .... 

Die Realität, die ich aus meinen Vorträgen immer wieder mitbringe ist deutlich. Oft sind die Ressourcen nicht vorhanden, das Wissen fehlt und es ist immer noch  für zahlreiche Organisationen schwierig, den Weg nach Social Media zu finden. Die große Frage bei vielen ist, neben einer Skepsis, die häufig von mangelhaften oder falschen Informationen herrührt, ob es wirklich nötig ist, überall sofort präsent zu sein. Patientenorganisationen sind häufiger noch unsicherer als Unternehmen.

Am Ende des Vortrages hatten wir alles durch. Bis auf Blogs, Youtube und eben die berühmte Strategie- und Ressourcenfrage.

At the end of the day ...

Solche Vorträge frustrieren, das konnte man auch in der anschließenden Pause deutlich erkennen. Ihnen fehlt der Mehrwert, der Nutzen, den man mitnehmen kann. Wie sagte es ein Teilnehmer so schön: "Es fehlte die Bodenständigkeit. Das was vorgeschlagen wurde, ist ja ganz nett, aber das können wir schon allein von der Personalstärke nicht leisten!"

Es ist doch bekannt, dass es wichtig ist, in der Realität zu bleiben, eine Strategie zu entwickeln, möglicherweise Mittel in einen Berater zu investieren, um das, was an Ressourcen vorhanden ist, sinnvoll einzuteilen. Es gilt ebenso zu sehen, wie das Nutzerverhalten im Land ist, nicht in jedem Land sind die Nutzer aktiv oder besonders affin. Etwas, das berücksichtigt werden muss. Seifenblasengebilde machen also wenig Sinn. Sie passen meistens eher nicht zum vorhandenen Budget und dem Rest.

Klar kann man sich von diesen erfolgreichen Projekten inspirieren lassen und andere Perspektiven einfangen. Das ist wichtig. Aber die gesunde Portion Bodenhaftung und Realitätssinn dürfen nicht fehlen, um am Ende das Richtige zu finden.

Es gilt, die einzelnen Plattformen und die eigene Zielgruppe zu betrachten und heraus zu finden, welche Möglichkeit wirklich sinnvoll eingesetzt werden kann. Überfrachtung führt zu einem unübersichtlichen Chaos das sicherlich keine Erfolge einbringt und dessen Sortierung und Neuausrichtung am Ende mehr kostet, als eine vernünftige Strategie von Anfang an gekostet hätte.

Bild: pixabay.com 

Nein, man muss nicht in jedem Netzwerk einen Account eröffnen und es bespielen. Die richtige Auswahl machts aus, eine gute Strategie, Wissen über die eigenen Gruppen und über die Netzwerke an sich. Und ist dann auch zu bewältigen.

Übrigens, das habe ich dem Referenten auch gesagt, nur, ob er verstanden hat, was ich meinte, das weiß ich nicht.






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