16 März 2016

Social Media never sleeps Baby!

"Sie können mir auf die Fanpage posten, aber ich antworte nie, weil ich sonst nicht mehr mit meiner Arbeit fertig werde, dieses Facebook macht unsereins ja kaputt, aber liken können Sie mich gerne!"

"Wir könnten doch Öffnungszeiten einführen und bekannt geben, dass die Fanpage nur von Montag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 betreut wird, dann wissen die Nutzer doch Bescheid!"

Nette Ideen oder? Sie liefen uns in den letzten Monaten über den Weg, als wir in Sachen Social Media unterwegs waren.




Sprechzeiten auf Facebook, nö klar, das akzeptiert der geneigte Nutzer auch sofort. Selbstverständlich wartet man darauf, in den öffentlichen Sprechzeiten zu schreiben und wartet auch gerne ein bisschen länger auf eine Antwort. Wenn der Andrang groß ist ... da darf die Fanpage schon ein bisschen pennen. Völlig klar.

Oder keine Antwort auf einen Kommentar? Weil die Arbeit an einer Fanpage auf Facebook direkt in Arbeiten ausarten könnte und man so im Stress ist? Aber, by the way, klar nimmt man die Vorteile gerne mit, man will ja, dass Menschen in den Laden kommen und man ganz viele Klicks auf der Fanpage hat. Und beliebt ist beim Kunden oder dem, der es eigentlich werden soll.

Nun ja, man kann es so machen. Sollte man aber vielleicht nicht. Die oft besungene und viel gepriesene Interaktion ( für die, die noch Wissensbedarf haben: Interaktion = grob gesagt, Teilen, Diskutieren, Unterstützen, Folgen oder Fan werden - also aktiv beteiligt sein) scheint bei einigen Teilnehmern noch krass überbewertet. Äh. Ja.

Schaut man auf die Reputation, also den guten Ruf im Netz, könnte so ein Plan in Sachen "Ich tu nichts" und "Ich hab Sprechzeiten" derbe ins Auge gehen und selbigen in negative Dinge umwandeln. Gut, wenn man nach dem Prinzip "Redet über mich was ihr wollt, aber redet über mich", handelt, dann ist das ok.

Allerdings, was tun negatives Reden oder negativ herumschwirrende Meinungen für ein Unternehmen? Nichts Gutes, wenn man wirklich Zielgruppennähe aufbauen und Vertrauen generieren möchte. Es vergrault. Und genau das passiert dann wahrscheinlich sogar.

Als das in einer Diskussion so vorsichtig angebracht wurde, kam dann: Was solls. Sieht ja keiner.
Nö. Sind ja nur einige wenige Menschen in diesem Social Media. Man hat auch 2015 in Deutschland auch nur rd. 46 Milliarden Euro Umsatz online generiert . (Quelle: Branchenreport Online-Handel 2015) und die Tendenz weiterhin steigt.

Blicken wir auf das richtige Leben? Dann wäre es doch so: Der Kunde käme ins Geschäft, möchte sich informieren und erhält kompetente Antworten und Services in vollem Umfang. Klar macht man das, man möchte ja ins Geschäft kommen und aus dem Erstkontakt einen Stammkunden machen. Oder?

Wieso wird der Kunde also in Social Media nicht genauso behandelt? Was bringt einen Unternehmer dazu, zu unterscheiden? Würde man so im Ladengeschäft handeln, würde das schnell als unverschämt und unhöflich bezeichnet.

Nur in Social Media, da tut mans. Der interessierte Nutzer wird vernachlässigt. Was das mit einem Geschäft tut, ist klar: der Kunde / Nutzer geht. Weil es ihm nicht gefällt, Monologe zu halten, keine Antworten zu bekommen und auch sonst ziemlich rüde behandelt zu werden oder lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen.

Social Media never sleeps Baby. Das ist so. Nutzer wollen Antworten und sie möchten sie bitte nicht in einer Woche, sondern zeitnah.

Und jetzt höre ich sie schon wieder aufschreien, die Sprechstundenbefürworter und Nichtantworter. Weil es Mehrarbeit ist, weil man sich noch um ein Ding mehr kümmern muss und überhaupt, das pöse Internet. Ja, dann hätte es vielleicht schon geholfen, sich vorher zu überlegen, ob eine Fanpage wirklich richtig ist? Oder?

Legt man einen Account an, muss klar sein, dass es natürlich Mehrarbeit bedeutet, weil eben keine Öffnungszeiten in Social Media existieren. Wer sich aber wirklich vor dem Eröffnen einer Fanpage Gedanken über den Aufwand, die eigene Organisation, die Strategie, die eigene Zielgruppe macht und sich Wissen aneignet, kann gut überleben und aus einer kleinen Fanpage ein originelles Schaufenster machen, das anzieht und Interessierte zu Kunden macht. Und hey, dann ist sogar noch Freizeit drin. Ernsthaft. :-)



Copyright by Manufaktur für Antworten UG 2016
Bild: pixabay.com 
Kommentar veröffentlichen