29 Dezember 2014

Raumfülle ... oder wieso Schnee gut tut.

Es folgt, eine Reihe von Gedanken. Nicht, dass ich mir vorgenommen hätte, heute und hier zu bloggen, aber ich glaube, ich muss das mal äußern. Es geht mir weder um Journalismus oder um Social Media, es geht mir um das, was gerade passiert. Irgendwie. :-)

In den letzten Tagen hat es geschneit. Tut es eigentlich immer noch. Und eigentlich herrscht hier Weihnachtsruhe, aber dann kam es mir in den Sinn, das, was ich gerade erlebe zu erzählen. Ich schreibe das völlig unredigiert und einfach frei so, wie es mir gerade einfällt. Daher: Fehler schenke ich denen, die sie finden.


Es geht heute auch nicht um sachlichen Content. Wieso auch? Blogs sind da, um auch über Emotionen zu sprechen.

Wenn Weihnachten da ist, ziehe ich mich im Normalfall einen Moment zurück. Ich brauche diese Ruhe, um mein inneres System nach unten zu holen. Das ist wichtig für mich als Mensch, der sich ständig mit hektischen Medien beschäftigt, von einer Minute zur anderen oft Entscheidungen treffen oder auch Ideen entwickeln oder umsetzen muss. Weihnachten ist Ruhe. Basta.

Dann kehrt Ruhe ein und es dauert meist einige Tage, bis ich es schaffe, tiefenentspannt in den Tag zu gehen, mir Musestunden zu gönnen (muss ich unbedingt mehr für das neue Jahr einführen) und in ktischigen Romanen (Ein Danke an meinen guten alten Lieblingsroman, den ich nur im Advent lese und der mir zum Freund wurde, mir schon im Advent Teestunden bescherte und mich abtauchen ließ!) versinken kann, um wenig später einen Berg guter Zutaten in ein köstliches Gericht in der Küche zu verwandeln. Oder perfekte Wollknäuel in schöne Strickteile zu vermaschen.

Diese Ruhe ist dann auch verdient. Und keiner, wirklich keiner erreicht mit so einfach. Es gibt Ausnahmen, die dürfen das, aber der Rest stellt sich in dieser Zeit bitte hinten an. Da kann ich konsequent sein.

Wenn dann, wie in den letzten Tagen der Schnee kommt, wird es noch spannender. Es hat lange gedauert und ich blickte täglich voller Sehnsucht aus dem Fenster. Gierte nach dem Weiß von oben, das jetzt als #Schneegieda in Social Media seine Runde dreht.



Dann kam er. Der Schnee. Und meine Welt wurde mit einem Mal ein wenig leiser. Der Schnee legte sich auf die Welt und auch auf meine Seele, meinen Geist. Dämmte ihn ein, verlangte nach Langsamkeit und nach einem behutsamen Umgang. Schnee ist glatt ....
Die Bäume draußen verloren unwiderruflich ihre letzten Blätter, die sie so lange festgehalten haben. Es war ja warm und wenig winterlich. Doch dann ließen sie los. So wie ich loslassen konnte. So wirkt Schnee auf mich. Er räumt in mir auf. Während ich gestern spazieren ging, bemerkte ich, wie klar ich mich auf einmal fühlte. Und ja, es klingt eso, aber hey, es war so und wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht so ganz esotherisch bin, aber durchaus an eine wohltuende Wirkung von diversen Dingen und an Seelenpflaster glaube.

Der Schnee verlangt viel von uns. Rücksicht, Vorsicht, Achtsamkeit. Ruhe und Gelassenheit. Denn er verlangsamt die Welt und beeinflusst uns für einen Moment. Man kann auch nicht wirklich etwas gegen ihn ausrichten, wir müssens nehmen, wie es kommt. Unnötige Autofahrten verschieben, Pläne umwerfen, und doch, mir scheint, alles wird immer entspannter. Gerade in er Natur. Sie hängt, im wahrsten Sinne des Wortes, durch. Schläft. Kommt zur Ruhe. Etwas, das sie braucht. Etwas, das wir mehr bräuchten und uns oft versagen, weil ja so viel zu tun ist. (Kommt auch auf mein To Do: Winter spielen, klar werden, Ruhe finden.)

Und in dieser Ruhe, die so gut tut, passiert bei mir immer eins: Ich werde zum Hobbyphilosophen und Ideenentwickler. Die kalte Luft erfrischt meinen Geist, mir wird Einiges klarer, ich sehe deutlicher die Dinge und habe auf einmal die Gabe wieder, das große Ganze einer Sache zu erkennen und etwas draus zu machen.

Ja, der Schnee, kann lästig sein, ein gar gruseliger Kumpan, der über das Land streicht, eisig nach unseren Gesichtern greift und uns schon viele Dinge abverlangt. (Wie Schneeschippen, aber das kann man auch als sportliche Bewegung abhaken.).
Betrachtet man ihn jedoch anders, bringt er Raumfülle. Fülle für die Plätze, die frei werden, wenn wir loslassen. So wie in der Natur. Sie braucht den Winter, lässt los und schläft ein und im nächsten Frühling explodiert sie mit Gerüchen, Farben und sinnlichen Erlebnissen. Es entsteht neue Vielfalt. (Was mich wieder auf den #Schneedida bringt, gedanklich, versteht sich, weils mir grad dazu einfällt.)

Wir brauchen kalt und klar. Für uns, damit wir die Fülle, die wir erhalten, mitnehmen können. Vielfalt, die wir nutzen können, um etwas Neues im Frühling zu schaffen, gut gelaunt ins Neue starten und auch ein bisschen dankbar dafür sind, dass der weiße, graue Geselle da ist.

Weil er uns ein bisschen zur Ruhe zwingt und uns damit eine Atempause schenkt, die uns allen nicht schadet.

Einen schönen Wintertag! Bin auf dem Weg nach draußen. Zu Fuß. Auto ist mir zu rutschig. :-)

Birgit




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