18 Februar 2015

Von Fastenkuren und Digital Detox

Bild: Pixabay.com

Heute beginnt die Fastenzeit. Die Völlerei der letzten Wochen hat ein Ende. Jawohl ja. Statt Bonbons und Schokolade gibts Obst und Gemüse, statt Chips, Pommes und Burger gibts gesündere Mahlzeiten, statt dem Glas Wein gibts Wasser und das, was man besonders mag ist für 40 Tage von der Liste. Viele Fastenzeitteilnehmer diäten auch in Sachen Schuhe, Klamotten oder ähnlichen kleineren oder größeren "Lasterfällen". :-)




Was mich heute beschäftigt, ist eine neue Form des Fastens. Die erlaubt so ziemlich alles. Bis auf den Gebrauch des Handys. "Digital Detox" ist jetzt in. Kurz gesagt dreht es sich um den Verzicht aufs Smartphone. Kommt übrigens, wie fast immer, aus den USA und ist heiß ... :-)

Das Ziel ist einfach: Besinnung und Reflexion des eigenen Medienverhaltens. Besonders für Jugendliche und Schüler wirds empfohlen, ich habe auch schon von den "Großen" diesen Vorsatz in den letzten Wochen gehört und finde es seltsam.

Bild: pixabay.com
Was mich zur Frage bringt, wieso man eigentlich digital Detox braucht. Wieso ist es für viele so schwierig, sich
darüber bewusst zu werden, wie man mit Social Media und eben auch dem Handy eigentlich umgehen soll? Nämlich bewusst.

Brauchen wir wirklich immer noch "Diäten" um festzustellen, dass es ein Leben neben dem Smartphone gibt und Apps und Social Media sinnvoll zu nutzen, dass digital und analog gut zusammen harmonieren?

Ich finde, es ist langsam Zeit, sich auf den Weg zu einer bewussten Nutzung von Smartphones und Social Media zu machen und zwar ganz ohne vorsätzliche Fastenkur.
Bewusste Nutzung ist längst keine Kür mehr. Es ist Pflicht und jeder sollte sie so sorgfältig und selbstverständlich wahrnehmen. Eben wie die Überwachung seiner Stromrechnung, seiner Versicherungspakete oder der Geldgeschäfte auch.

Wer Acounts in sozialen Netzwerken anlegt, egal wo, muss die Verantwortung für sich selbst übernehmen und sich überlegen, wo er was wie wann und warum postet. Nutzer sollten, oder gar müssten?, sich über Sicherheitseinstellungen und Nutzungsbedingungen informieren und sich darüber bewusst sein, was passiert, wenn man das ein oder andere Partybildchen oder auch den Nachwuchs beim Strandvergnügen postet. Oder unintelligente Kommentare ablässt.

Wer es trotzdem tut, darf sich dann nicht darüber wundern, wenn etwas schief geht. Wenn Chefs Partybilder finden, Lehrer die Lästereien von Schülern mitbekommen oder andere Peinlichkeiten ganz offen auf dem Tisch liegen und natürlich irgendwie Konsequenzen einfordern.
Sinnvolle Nutzung von Apps für Smartphones, Social Media und Messengern ist kein Grund für eine kurzfristige "Fastenkur", sondern Grundlage, die letztlich auch dem eigenen Leben und Dasein nutzt. Dass muss im Bewusstsein nachhaltig verankert werden, weils dann auch mit dem digitalen Leben besser klappt.

Wer also mit "Digital Detox" startet, sollte durchhalten. Und zwar nicht nur 40 Tage, sondern länger. Denn wer mehr weiß, kann besser entscheiden und wirklich bewusster handeln. Wie schrieb ich so schön im letzten Jahr: Wissen! Macht! Spaß! Und Social Media auch!

In diesem Sinne viele Grüße
Birgit

P.S. Übrigens, meine Vorsatzdiät halte ich immer noch durch!

Text: Birgit Bauer
Bilder: Pixabay
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