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20 August 2020

#patientsinvolved - leere Floskel oder ... (ein Kommentar)

Neulich, es war in einem Business Netzwerk, war es wieder soweit. Eine neue Inititative ging erfolgreich an den Start. Es ging, wie so oft in diesen Zeiten, um digitale Gesundheitslösungen und Digitalisierung im Gesundheitswesen. 

Die Liste der Gründer und Teilnehmer war eine illustre Sammlung aller Expertinnen und Experten in dem Gebiet. Quasi die digitale Expertenbubble. Start-Ups, Forscher, Mediziner und derlei. 

Man freute sich über den rasanten Erfolg und feierte sich selbst. Weil das Digitalisierung voranbringen soll. Las ich. Und freute mich für einen Augenblick mit diesen Menschen. Weil es schön ist, wenn etwas erfolgreich verläuft. 

03 Dezember 2019

Future X Healthcare in München 2019



Im November nahm ich an der Veranstaltung Future X Healthcare 2019 in München teil.

Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre von Roche Diagnostics organisiert und bringt Start-ups, Investoren und Experten zusammen, um digitale Gesundheit zu fördern und auch um Ideen zu besprechen.

Eine Reihe von sehr spannenden Vorträgen erlaubte Einblicke und neue Gedanken. Wie der von Tonu Esko aus Estland, der klar erklärte, wie Digital Health in Estland funktioniert und bekräftigte, dass auch Senioren keine Probleme mit der Digitalisierung eines Landes haben. Gut Estland ist ein bisschen größer ;-) als Deutschland, aber die Ressentiments gegen die digitale Gesundheit, die wir hier in Deutschland oft zu hören bekommen, sind auch so eine Sache. Oft sind es Gedanken aus dem Hören Sagen und ein wichtiges Argument von Tonu Esko war, dass die Bevölkerung dem Staat vertraut.



Eine sehr inspirierte Atmosphäre herrschte und freies Denken war eindeutig erlaubt. In diesem Jahr war ich bei vielen Veranstaltungen, Kongressen und Events. Als Speaker, Workshopleiterin, als Consultant zur Beratung und oft genug liefen mir die eingelaufenen Denkbahnen über den Weg und oft kritisierte ich auch, dass dieses "Bahnendenken" mir nicht gefällt, weil es nicht mehr zulässt, den Blick über den Tellerrand zu wagen und zu sehen, was da noch herumschwirrt. Und bei Future X war es möglich, denn viele junge Projekte brachten genau den Spirit mit, den ich mag: kreativ, ohne Grenzen und mit der Erlaubnis, sich über Grenzen zu denken und zu fachsimpeln und sich auszutauschen.

Als Patient Expert nahm ich an einer Diskussionsrunde mit anderen Experten teil und diskutierte zum einen, was wirklich nötig ist und warum auch Daten eine so wichtige Rolle spielen.
Fakt ist, wir können von Daten lernen. Über Erkrankungen und Symptome und das wiederum kann helfen, bessere Behandlungswege zu finden, neue Therapien zu entwickeln und auch die Versorgung zu verbessern.

Ich wurde auch zum Interview gebeten, das das geschätzte Team Mirjam Bauer und Michael Reiter aufzeichneten.

Ihr könnt es hier finden, zusammen mit einer Playlist mit Interviews, die auch mit den anderen Teilnehmer*innen aus dem Panel gemacht wurden. https://www.youtube.com/playlist?list=PLeGkfyrb4wjGOm0wUqgpx3Q0gpdTmRL3s 

Viel Spaß beim Zuhören!

Birgit


Bilder: Birgit Bauer
Video: Mirjam Bauer & Michael Reiter
Text: Birgit Bauer




27 September 2018

Das mit dem Fachkräftemangel und das Patientenstigma.

Der Begriff "Fachkräftemangel" ist in aller Munde. Und nicht so einfach zu bewältigen. Hört man. Dass zum Beispiel Senioren eine gute Ressource sein können, erklärte mir neulich eine sehr aktive ältere Dame die mit über 70 noch immer mächtig Power ins Familienunternehmen steckt und richtig Spaß hat. Sie sagte mir, dass wir nicht reden sollten, sondern machen. "Von dem ewigen Diskutieren wird man müde", erklärte sie und gab zu, eine Macherin zu sein. Sie sagte mir auch, dass die Power nicht zu unterschätzen sei, denn der Wissensschatz und auch die Erfahrungen, die sich in einem Leben so ansammeln, sind ein wertvolles Gut.

Erinnert mich ein bisschen an "The Intern" einen Film, in dem ein Senior sich in einem eCommerce Start-up als Praktikant bewirbt, die Stelle bekommt und erst einmal mit den technischen Entwicklungen zu kämpfen hat, aber auch seine Erfahrung ausspielt und einbringt.

Zugegeben, Fachkräftemangel ist ein Problem. Ohne Experten wird es für Unternehmen schwierig, gute Produkte oder Dienstleistungen an ihre Kunden zu liefern. Das ist klar. Und deshalb diskutieren wir das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, um Lösungen zu finden.

Ich habe da noch einen Vorschlag: Menschen, die mit Erkrankungen leben. Sie werden oft genug übersehen. Obwohl viele von ihnen Fachkräfte sind.

18 September 2018

Über Influencer, Healthcare und gekaufte Freunde!

Neulich bekam ich eine Einladung, mich in einem Influencernetzwerk zu registrieren. Ich wäre ein MS Influencer und man wäre sehr interessiert an einer Kooperation. Ich müsse mich auch nur registrieren. 

Neugierig wie ich bin, habe ich das getan. Ich wollte wissen, was hinter diesem Portal steckt und erfuhr, dass ohne große Zahlen da gar nichts geht. Follower, Freunde wollte der Automat am anderen Ende.

So gesehen, ich mag Zahlen, sie sagen etwas, aber eben nur einen Teil. Sie sagen nichts über Qualität eines Netzwerkes, Ausrichtung oder Authentizität aus. Aber je höher, so scheint es, desto besser. Qualität scheint erst einmal überbewertet.

Ich trug frecherweise auch meinen privaten Instaaccount ein und scheiterte grandios. So wie ich es vorher gesehen hatte. Mein Netzwerk dort ist nicht so riesig, aber gepflegt und voller spannender Menschen. Etwas, das ich persönlich wichtiger finde, gerade, wenn es um private Accounts geht.

Von anderer Seite kam sofort die grandiose Empfehlung, mir doch einige Follower zu kaufen. Eigentlich hatte ich gedacht, das hätten wir hinter uns. Gerade im Bereich "Healthcare" in dem ich mich bewege, hatte ich - naiverweise - angenommen, wir hätten uns darauf geeinigt, etwas klarer zu bleiben, weniger auf Zahlen fixiert, mehr auf den Menschen orientiert. Wo wir doch immer vollmundig über Patient Journey und Patient Centricity sprechen und diese verfolgen wollen. Allerdings frage ich mich gerade wie. Mit Zahlen?

18 August 2017

Am Rande des Wahnsinns ...

Zugegeben, es ist schändlich dieses Blog zu vernachlässigen. Das tut mir auch leid. Heute habe ich beschlossen, das Loch aus meinem Maulwurfshügel zu stecken und ein bisschen zu erzählen.

Die Manufaktur für Antworten hat sich in den letzten Jahren verändert. Wir wurden von einem Beratungsunternehmen in Sachen Social Media (was wir immer noch sind) zu einem Beratungsbüro in Sachen Social Media mit einer Spezialisierung. Kommunikation in Sachen Gesundheit. Was mich ab und an echt an den Rand des Wahnsinns brachte. ;-)

23 Juni 2016

Bunte Bilder allein helfen nicht!

Eigentlich wissen wir es doch alle oder?

Wer die Ohren aufsperrt und sich einen Moment Zeit fürs Zuhören nimmt, kann Bedürfnisse ermitteln, die die angepeilte Konsumentengruppe so hat.
Man kann auch feststellen, ob der schöne Videoclip, der hoffnungsfroh in die Welt strahlt nicht das Gelbe vom Ei ist, sondern dass das "Brauchbare" , also die Botschaft, die man ins Leben sofort mitnehmen kann, wesentlich willkommener ist. Hochglanzgedöns, interessiert nicht. Wer braucht schon gekaufte Stockphotos, die man an jeder Ecke findet oder gestelltes HighEnd Material?

MR. Media veröffentlichte kürzlich auf seinem W&V Blog einen spannenden Artikel, in dem es um den Abschied von der Reichweite ging. Scheiß auf die Reichweite - Der Artikel zum Nachlesen!


Arzt, Anhörung, Herz, Medizin, Wissenschaft, StethoskopDer Experte stellt fest: Die Onlinenutzer seien genervt von der Werbung, mit der man Awareness, also mehr Aufmerksamkeit zu generieren versucht und man brauche Touchpoints um die Verbraucher zu erreichen, Punkte, an denen man die Nutzer eben zu fassen bekommt. Mit Empathie und Zuhören. Botschaften müssen relevanter für den Verbraucher werden, genießbarer. Stimmt!

Beim Lesen des Artikels fühlte ich mich wohl. So wohl wie lange nicht. Denn: das ist es, was ich oft und immer wieder sage, wenn es um Patienten im Netz geht, die an sich noch einmal andere Bedürfnisse haben, was auf Erkrankungen oder auch andere Lebensumstände zurück zu führen ist. Gehen wir also ins Manufaktur Spezialgebiet: Patients & Healthcare

Wir (und ich zähle mich hier dazu, weil ich als MS Betroffene durchaus andere Wege gehe und gehen muss) brauchen relevante, vernünftige, verständliche und informative Aussagen.

Gerade hier wird immer wieder aus dem Werbesilo heraus auf "Awareness" gesetzt und man schielt zahlengeil auf den Ticker, der, natürlich gesponsert, vor sich hinbrummt. Ja, freilich, aber wo ist der Verbraucher = Betroffener = Mensch mit einer Erkrankung?

Will der das überhaupt hören, lesen oder sehen? Hat da vorher mal einer nachgedacht? Hm?