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17 Dezember 2020

"Lasset die Kinderlein zu mir kommen!" Ist nicht genug! - ein Kommentar

Zugegeben, die Headline ist heute mal provokant, aber es muss sein. Auch wenns weh tut. Im Moment sprechen alle über DIGA und digitale Gesundheit und vieles mehr. 

Während die Experten sprechen, sich austauschen und sich manchmal ordentlich selbst für das loben, was schon geschafft ist, spreche ich darüber, dass man Bürger mitnehmen muss. 

Es ist so: Während eine Gruppe, die wirklich involviert ist, mit Abkürzungen und Fachbegriffen hantiert und selbige natürlich auch versteht, bleibt es den Bürgern und ja, auch und besonders den Menschen mit Erkrankungen (auch bekannt als Patienten) oft selbst überlassen, zu verstehen, was da so passiert. Während die informierte Gruppe weiter fachsimpelt und Spaß hat, fortzufahren, bleibt ein anderer Teil zurück. Informiert vom  Hörensagen und bildet sich eine Meinung mittels Schlagzeilen und die sind nicht immer hilfreich oder so gestaltet, dass sie eine vernünftige Meinungsbildung zulassen. 

Das, was bei Bürgern oft ankommt, ist eine von Schlagzeilen verzerrte Ansicht ohne detaillierte Informationen oder Fakten, die nachvollziehbar und verständlich sind. So bildet sich oft eine Meinung, die schlicht nicht auf Fakten basiert und damit auch nicht der aktuellen Situation angepasst wäre. 

Schon lange adressiere ich den Bedarf für vernünftige Informationen an diverse Beteiligte und auch an die Regierung und erkläre wie wichtig es ist, gerade wenn es um digitale Gesundheit geht, Bürger abzuholen.  Sie zu informieren, zu begleiten und sie so auf das digitale Gleis zu bekommen. Es war und ist wichtig, gute Informationen anzubieten, reden wir doch über ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Gut des Menschen: Gesundheit. Gerade deshalb werde ich nicht aufgeben. Weil es wichtig ist. 

20 August 2020

#patientsinvolved - leere Floskel oder ... (ein Kommentar)

Neulich, es war in einem Business Netzwerk, war es wieder soweit. Eine neue Inititative ging erfolgreich an den Start. Es ging, wie so oft in diesen Zeiten, um digitale Gesundheitslösungen und Digitalisierung im Gesundheitswesen. 

Die Liste der Gründer und Teilnehmer war eine illustre Sammlung aller Expertinnen und Experten in dem Gebiet. Quasi die digitale Expertenbubble. Start-Ups, Forscher, Mediziner und derlei. 

Man freute sich über den rasanten Erfolg und feierte sich selbst. Weil das Digitalisierung voranbringen soll. Las ich. Und freute mich für einen Augenblick mit diesen Menschen. Weil es schön ist, wenn etwas erfolgreich verläuft. 

03 Dezember 2019

Future X Healthcare in München 2019



Im November nahm ich an der Veranstaltung Future X Healthcare 2019 in München teil.

Die Veranstaltung wird alle zwei Jahre von Roche Diagnostics organisiert und bringt Start-ups, Investoren und Experten zusammen, um digitale Gesundheit zu fördern und auch um Ideen zu besprechen.

Eine Reihe von sehr spannenden Vorträgen erlaubte Einblicke und neue Gedanken. Wie der von Tonu Esko aus Estland, der klar erklärte, wie Digital Health in Estland funktioniert und bekräftigte, dass auch Senioren keine Probleme mit der Digitalisierung eines Landes haben. Gut Estland ist ein bisschen größer ;-) als Deutschland, aber die Ressentiments gegen die digitale Gesundheit, die wir hier in Deutschland oft zu hören bekommen, sind auch so eine Sache. Oft sind es Gedanken aus dem Hören Sagen und ein wichtiges Argument von Tonu Esko war, dass die Bevölkerung dem Staat vertraut.



Eine sehr inspirierte Atmosphäre herrschte und freies Denken war eindeutig erlaubt. In diesem Jahr war ich bei vielen Veranstaltungen, Kongressen und Events. Als Speaker, Workshopleiterin, als Consultant zur Beratung und oft genug liefen mir die eingelaufenen Denkbahnen über den Weg und oft kritisierte ich auch, dass dieses "Bahnendenken" mir nicht gefällt, weil es nicht mehr zulässt, den Blick über den Tellerrand zu wagen und zu sehen, was da noch herumschwirrt. Und bei Future X war es möglich, denn viele junge Projekte brachten genau den Spirit mit, den ich mag: kreativ, ohne Grenzen und mit der Erlaubnis, sich über Grenzen zu denken und zu fachsimpeln und sich auszutauschen.

Als Patient Expert nahm ich an einer Diskussionsrunde mit anderen Experten teil und diskutierte zum einen, was wirklich nötig ist und warum auch Daten eine so wichtige Rolle spielen.
Fakt ist, wir können von Daten lernen. Über Erkrankungen und Symptome und das wiederum kann helfen, bessere Behandlungswege zu finden, neue Therapien zu entwickeln und auch die Versorgung zu verbessern.

Ich wurde auch zum Interview gebeten, das das geschätzte Team Mirjam Bauer und Michael Reiter aufzeichneten.

Ihr könnt es hier finden, zusammen mit einer Playlist mit Interviews, die auch mit den anderen Teilnehmer*innen aus dem Panel gemacht wurden. https://www.youtube.com/playlist?list=PLeGkfyrb4wjGOm0wUqgpx3Q0gpdTmRL3s 

Viel Spaß beim Zuhören!

Birgit


Bilder: Birgit Bauer
Video: Mirjam Bauer & Michael Reiter
Text: Birgit Bauer




21 Mai 2019

Von Ratschkathln beim Arzt. Ich hab die Faxen dicke! #faxendicke

Neulich beim Arzt. Ich brauche ein Rezept und lehne gemütlich am Tresen. Ich warte. Weil besonders viel los ist. Auf dem Tresen, oder besser gesagt, dem Tisch darunter, jede Menge Papier. Faxe. Frisch aus dem Gerät. Die Papiere warten darauf, sortiert und den entsprechenden Patientenakten zugeordnet zu werden.

In der Zwischenzeit liegen sie da, nicht selten frei lesbar für jeden. Was ich an diesem Tag erfahren habe, bleibt mein Geheimnis. Ich weiß, wie man Daten schützt. Das kann ein Fax nicht. Ein Fax ist ein bisschen wie ein bayerisches Ratschkathl. Es plaudert gerne über das, was es weiß. Macht Daten für andere leicht les- und sichtbar. Und sorgt dafür, dass die Gerüchteküche genügend im Topf hat. Ob das richtig ist, ist jetzt die Frage.

Man hätte ja meinen können, dass die Sache mit dem Fax in Zeiten von Digitalisierung, eHealth und künstlicher Intelligenz beendet sein könnte. Ich hätte nie geglaubt, diesen Artikel jetzt schreiben zu müssen, wo wir über digitale Patientenakten sprechen und sie eindeutig einfordern, aber das Fax ist ein Dinosaurier, der nicht auszusterben scheint. Und deshalb müssen wir drüber reden. Ich hab die #faxendicke!

28 November 2018

Gut gemeint. Aber!

Früher war es klar, was geschah, wenn Menschen krank wurden: Der Mensch ging zum Mediziner. Der führte eine Untersuchung durch, stellte Fragen und am Ende gab es ein Rezept, ein "Das wird schon" und einen Handshake.

So ungefähr. Der Mensch, der jetzt ein Patient oder eine Patientin war, setzte den Weg in die Apotheke fort. Dort wurde das Rezept eingelöst, man ging nach Hause und tat das, was der Mediziner geraten hatte. Brav und ohne Murren. So kenne ich das noch aus der Generation meiner Eltern. Medizin war paternalistisch und Widerspruch war nicht gestattet.

16 November 2017

Digitalisierung - Allheilmittel ? Und der Faktor Mensch?

Zugegeben, dieser Beitrag könnte ab und an Spuren von Ironie oder derlei enthalten. :-)

Im Moment ist ein Thema in aller Munde. Digitalisierung. Big Data. Themen, die wirklich wichtig sind, weil sie Zukunft bedeuten, neue Wege brauchen und denen Menschen oft mit Skepsis begegnen und bei dem man, hört man Experten genau zu, den Eindruck bekommt, wir hätten einmal mehr die rote Laterne erwischt.

Gut, das wäre nicht das einzige Thema, wir diskutieren ja auch über 10 Jahre über elektronische Patientenakten und darüber, wie man sie in den Griff bekommt, wir reden auch über Telemedizin und warten vielleicht noch auf die großen Lösungen, selbst wenn kleine Regionen wie das schöne Südtirol das längst umsetzen und beste Erfahrungen damit haben.

Das geht so lange, bis einzelne Stakeholderbeteiligte wie Krankenkassen damit beginnen, eigene Lösungen entwickeln, die Patienten bei der Verwaltung ihrer Gesundheitsdaten unterstützen sollen. Womit wir jetzt auch beim Thema wären.

23 August 2017

Ein Abstract und warum es die Mischung macht ...

Wenn man es so sieht, bin ich quasi so eine Art "multiple Person". Nicht nur wegen der Multiplen Sklerose. :-) (Und ja ab und an spielt ein Hauch dunkler Humor eine Rolle hier und da also Vorsicht ... ;-) )

Aber so gesehen bin ich wirklich Zwei.

Einmal die Frau, die mit MS lebt und über die Jahre zum so genannten "Patient Expert" wurde und sich in vielen Bereichen, die Patienten betreffen einsetzt. Daran ist die MS, bekannt als Fräulein Trulla, jetzt nicht ganz unschuldig. Ehrlich gesagt.

Zum anderen aber auch die Frau, die Kommunikation kann und Social Media. Die, die Kommunikation für Patientenprogramme entwickelt und recherchiert, wie digitale Lösungen gestaltet sein müssen, damit sie Menschen mit Erkrankungen bestmöglich unterstützen.